Hoffnung für Timmy? Tracker gibt Signal von sich
Mit seinem Transport in die Nordsee sollte das Kapitel Timmy eigentlich abgeschlossen sein, doch nun gibt es Uneinigkeit darüber, wie es dem Buckelwal wirklich geht.
Der gestrandete Buckelwal Timmy bleibt ein Rätsel, wird nun aber mal wieder seinem alternativen Namen „Hope“ treu. Nach Tagen der Funkstille melden die Retter plötzlich neue Daten vom Peilsender des Tiers.
Timmy ist nach seiner Barge‑Transport-Rettung in die Nordsee zurückgekehrt. Dort wurde er mit einem Peilsender ausgestattet, der seine Bewegungen verfolgen und – nach Angaben der Initiative – sogar gewisse Vitalparameter übermitteln soll. Doch die Öffentlichkeit bekommt nur bruchstückhafte Informationen: Wo ist der Wal gerade, und wie geht es ihm wirklich?
Am Dienstag hat Timmy noch gelebt
Die Tierärztin Kirsten Tönnies, die Timmy während der Rettungsaktion betreut hat, blickt vorsichtig in Richtung Hoffnung. Im Interview mit RTL sagt sie, die private Rettungsinitiative habe bis zum Abend des 5. Mai Signale von Timmys Tracker empfangen. „Gestern Abend waren die Meldungen so, dass wir davon ausgehen müssen: Er lebt“, erklärt die Veterinärmedizinerin. Die Daten ließen erkennen, dass das Tier sich bewegt und keine Hinweise auf einen Tod vorlagen.
Wie sich Timmy in der Nacht zum Dienstag oder am Mittwoch verhielt, wisse sie nicht. Wer im Team die Daten konkret überwache und weiterleite, kann sie nicht sagen. Ebenso wenig, warum nicht alle Informationen an die Öffentlichkeit gehen. „Vielleicht, weil alle wieder ihr normales Leben aufnehmen müssen und das jetzt nur noch nebenher machen“, vermutet Tönnies.
Initiative spricht von „Lebenszeichen“
Die Rettungsgruppe bestätigt gegenüber RTL aber zumindest eines: Timmy lebe. Am Mittwoch seien erneut Daten des Trackers empfangen worden. Die unternehmerische Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion finanziell unterstützt hat, erklärt, dass aus den Signalen folge, dass der Wal immer wieder an die Wasseroberfläche auftauche. Andernfalls würden sich keine Signale empfangen lassen.
Wo genau sich Timmy aufhält, kann die Initiative allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Die Satelliten-Ortung benötige Zeit, und der Wal verbringe eben nicht lange genug an der Oberfläche, um eine präzise Lokalisierung zu ermöglichen. Das genaue Modell des Trackers will man nicht veröffentlichen – aus Angst vor Hackingversuchen, die das Gerät beeinflussen könnten.
Experten bleiben pessimistisch
Doch während die Rettenden eine Hoffnung halten, bleiben die wissenschaftlichen Einschätzungen deutlich düsterer. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund hatte zuvor erklärt, dass der extrem geschwächte Wal wahrscheinlich „nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt“. Die letzte eindeutige Sichtung des Buckelwals datiert vom 2. Mai – danach verliert sich seine Spur.
Hinzu kommt eine kritische Frage: Kann ein Peilsender wirklich „Vitalwerte“ im medizinischen Sinne liefern? Fachleute weisen darauf hin, dass normale GPS-Tracker bei Tieren üblicherweise nur Positionsdaten senden. Dafür, echte biologische Parameter wie Herzfrequenz oder Körpertemperatur zu messen, wären spezielle Sensoriken nötig. Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der „Vitaldaten“-Aussage sind damit begründet.
„Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz gewünscht“
Der Landesumweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), zeigt sich angesichts der spärlichen Informationen frustriert. „Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz gewünscht“, wird er in einer Mitteilung zitiert. Es sei eigentlich vereinbart gewesen, dass Daten zum Zustand des Tiers sowie zur Ortung zeitnah weitergegeben werden. „Diese Informationen liegen bislang nicht vor.“
Trotzdem will Backhaus keine Spekulationen verbreiten. „Es gibt keinen gesicherten Nachweis über den Tod des Tieres. Ich beteilige mich nicht an Vermutungen.“ Für ihn bleibt der Kern: Die Rettung habe Timmy die Chance gegeben, in seinem natürlichen Lebensraum zu überleben. Das ist das eigentliche Ziel gewesen – unabhängig davon, ob dieses Wagnis nun am Ende auch gelingt.











