Neurologische Krankheiten

Studie bestätigt: Corona erhöht das Alzheimer-Risiko

Besteht ein Zusammenhang zwischen Covid-19 und Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson? Ja, wie eine große dänische Studie ergab.

Studie bestätigt: Corona erhöht das Alzheimer-Risiko
Foto: Peter Dazeley/Getty Images

Welche Langzeitfolgen hat eine Corona-Infektion? Kann das Virus neurologische Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson begünstigen? Fragen über Fragen. Eine große dänische Studie bringt jetzt etwas Licht ins Dunkle ...

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Studie bestätigt: Covid-19 erhöht das Alzheimer-Risiko

"Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie war die genaue Art und die Entwicklung der Auswirkungen von Covid-19 auf neurologische Erkrankungen mehr als zwei Jahre lang nicht geklärt", so Dr. Pardis Zarifkar aus der Abteilung für Neurologie am Rigshospitalet in Kopenhagen. Doch nun ist Forscher*innen aus Dänemark ein Durchbruch gelungen.

Zwischen Februar 2020 und November 2021 analysierten die Wissenschaftler*innen die Gesundheitsdaten von rund 920.000 Personen. 43.375 von ihnen wurden infolge einer Corona-Infektion stationär oder ambulant behandelt. 876.356 waren in diesem Zeitraum nicht an Corona erkrankt. Als Vergleich wurden die Daten von Menschen herangezogen, die sich im gleichen Zeitraum mit der Grippe oder einer anderen Atemwegserkrankung infiziert hatten.

Das Ergebnis ihrer Studie, die auf dem 8. Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie (EAN) vorgestellt wurde: Patient*innen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, haben ein 3,5-Fach erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Nicht nur Alzheimer! Covid-19 begünstigt Parkinson, Schlaganfälle und Hirnblutungen

Doch das ist noch längst nicht alles! Wie die Studie ergab, steigt nach einer Corona-Infektion das Risiko, an Parkinson zu erkranken, um das 2,6-Fache. Das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls, auch Hirninfarkte genannt, erhöht sich um das 2,7-Fache und das Risiko, Blutungen im Gehirn (intrazerebrale Blutung) zu erleiden, ist bei Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, 4,8-mal höher als bei Menschen, die sich nicht mit dem Virus infiziert haben.

"Diese Ergebnisse werden dazu beitragen, unser Verständnis der langfristigen Auswirkungen von COVID-19 auf den Körper und der Rolle, die Infektionen bei neurodegenerativen Erkrankungen und Schlaganfällen spielen, zu erweitern", so Zarifkar.

Aber: Auch Influenza oder eine andere Atemwegserkrankung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer neurologischen Krankheit wie Parkinson oder Alzheimer zu erkranken. Einzige Ausnahme: Corona-Patient*innen haben ein 1,7-Fach erhöhtes Risiko für einen Hirninfarkt im Vergleich zu Influenza und einer bakteriellen Lungenentzündung bei Patient*innen über 80 Jahren.

Erhöhtes Alzheimer-Risiko durch Corona: DAS steckt dahinter

Warum eine Covid-19-Infektion das Risiko erhöht, an Alzheimer oder Parkinson zu erkranken, ist bislang noch unklar. "Möglicherweise bremsen die Viren das Immunsystem der Erkrankten aus. Dann produziert es falsche Aminosäuren, die wiederum im Gehirn abgelagert werden", mutmaßt Dr. Peter Schleicher, Immunologe aus München gegenüber der "Bild".

Eine Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hingegen legt nahe, dass Proteinansammlungen im Gehirn Schuld an den langanhaltenden neurokognitiven Störungen nach einer Corona-Infektion sind.

Im Video: 10 Anzeichen für Alzheimer!

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Artikelbild und Social Media: Peter Dazeley/Getty Images