Traurige Gewissheit

Wal Timmy ist tot – doch viele Fragen bleiben

Jetzt ist auch die letzte Hoffnung vorbei: Buckelwal Timmy ist tot. Das bestätigten die dänischen Behörden. Trotzdem bleiben noch viele offene Fragen...

Timmy mit nassen Tüchern auf dem Rücken Insel Poel Mecklenburg-Vorpommern Deutschland
Tagelang kämpften die Retter um das Leben von Timmy vor der Insel Poel. Doch seine Freilassung endete jetzt tragisch. Foto: IMAGO / SNS UG
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Als der leblose Wal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt wurde, ahnten es viele bereits: Das ist Timmy, der Buckelwal. Nun bestätigten die dänischen Behörden und auch seine deutschen Retter: Timmy ist tot! Damit endet ein Drama, dass vor der deutschen Küste begann...

Tracker funktionierte nicht richtig

Seine Geschichte begann am 3. März 2026. Da wurde der Buckelwal erstmals im Hafen von Wismar gesichtet. Danach verschwand er. Doch am 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand. Eine Rettung gelang, aber Timmy strandete am 31. März vor der Insel Poel. Dort lag er fest. Eine aufwändige Rettungsaktion brachte Timmy schließlich Richtung Nordsee. Dort wurde er am 2. Mai rund 70 Kilometer vor Skagen im Skagerrak frei gelassen.

Danach wusste niemand, wie es dem Wal geht. Zwar trug er einen Tracker, doch der funktionierte nicht richtig und lieferte vor allem keine Positionsdaten. Und dann gab es gar keine Signale mehr. Da hofften noch viele Retter, dass Timmy es geschafft hat. Bis der tote Wal vor Anholt auftauchte.

„Ein Ende, das keiner von uns wollte“

Mittlerweile hat auch die Rettungsinitiative den Tod von Timmy bestätigt, der Tracker wurde sichergestellt. „Es ist das Traurigste, was ich bisher erlebt habe“, so Walter Gunz zu Bild. „Wir haben es versucht, sein Leben zu retten. Auch gegen alle Widerstände. Tag und Nacht haben wir daran gearbeitet, kaum geschlafen.“ Auch Jenna Wallace äußert sich. Die Tierärztin war extra aus Hawaii eingeflogen worden. „Timmy ist im Meer gestorben und nicht allein im Schlamm im seichten Wasser stecken geblieben, was ein weitaus schlimmeres Schicksal gewesen wäre. Meiner Meinung nach war dies also ein Erfolg, wenn auch mit einem Ende, das keiner von uns wollte.“

Sie ist überzeugt, dass sich der Kampf um Timmy trotzdem gelohnt hat. Gleichzeitig erhebt sie Vorwürfe: „Ich glaube weiterhin, dass an dieser Rettungsmission gute Menschen beteiligt waren, aber auch eine Handvoll, die (…) letztendlich eine erhebliche Verzögerung bei seiner Freilassung verursachten.“ Und sie ahnt, dass man „nie die Wahrheit darüber erfahren“ wird, was mit Timmy seit der Freilassung wirklich passierte. „Vielleicht war dein Körper bereits zu schwach, vielleicht war es alles zu viel“, schreibt sie auf Instagram.

Und auch die Todesursache wird wohl nicht geklärt werden. Denn dafür müsste der Wal obduziert werden. Doch bislang winken die dänischen Behörden noch ab. „Er behindert niemanden und nichts da draußen, also muss eine Verlegung auf Kosten der Deutschen erfolgen“, so Morten Abildstrøm, Leiter der dänischen Naturschutzbehörde.  

Quellen