„Aktenzeichen XY“: Ermittler hoffen auf neue Hinweise
Die neue „Aktenzeichen XY“-Sendung könnte endlich die entscheidenden Hinweise bringen: Sowohl nach einem brutalen Raubüberfall in Bayern als auch in einem jahrzehntealten Mordfall aus NRW wendet sich die Polizei erneut an die Öffentlichkeit.
Wenn Polizeibehörden einen Schritt an die breite Öffentlichkeit wagen, geschieht das meist dann, wenn alle bisherigen Ermittlungsansätze ausgeschöpft sind. Genau das ist jetzt erneut passiert: In der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ vom 26. November 2025 wurden gleich zwei hochbrisante Fälle vorgestellt, bei denen Ermittler dringend auf neue Hinweise aus der Republik hoffen.
Brutaler Überfall in Altenstadt: Familie stundenlang in ihrer Küche gefesselt
In der Pfingstnacht vom 8. auf den 9. Juni 2025 wird eine Familie im Ortsteil Illereichen (Neu-Ulm) Opfer eines extrem brutalen Raubüberfalls. Vier maskierte und dunkel gekleidete Täter dringen spätabends in das Wohnhaus ein – bewaffnet, entschlossen und offenbar bestens vorbereitet. Die Familie wird in der Küche überrascht, gewaltsam fixiert und anschließend in den Flur gezerrt. Die Täter bedrohen sie mit Schusswaffen, schlagen die beiden Erwachsenen mehrfach ins Gesicht und durchsuchen in aller Ruhe das komplette Haus. Ganze zwei Stunden dauert der Überfall. Erst danach fliehen die Männer – laut Zeugen mit osteuropäischem Akzent – mit Schmuck und Wertgegenständen im hohen fünf- bis niedrigen sechsstelligen Bereich. Erst nachdem die Täter das Haus verlassen, gelingt es der Familie, sich selbst zu befreien und die Polizei zu alarmieren.
Die Kriminalpolizei Neu-Ulm ermittelt intensiv. Umfangreiche Spurensicherung, Hubschraubereinsatz, Nachbarschaftsbefragungen – bislang ohne Erfolg. Nun setzen die Ermittler auf die bundesweite Aufmerksamkeit der XY-Zuschauer. Es gibt eine private Belohnung, die auf einem Fahndungsplakat ausgewiesen ist. Hinweise können auch anonym abgegeben werden. Die Polizei bittet ausdrücklich: Wer rund um Illereichen in dieser Nacht etwas Verdächtiges bemerkt hat – Personen, Fahrzeuge, Geräusche – soll sich dringend melden (KPI Neu-Ulm 0731 / 8013-0).
Cold Case Zeynep: Wer tötete das fünfjährige Mädchen?
Neben dem aktuellen Überfall rückt ein zweiter Fall in den Fokus – ein Verbrechen, das seit fast 40 Jahren ungelöst ist. Der Mord an der kleinen Zeynep I. aus Neuenrade (NRW) erschüttert noch heute. Am 14. November 1986 verbringt die Familie den Abend gemeinsam in ihrer Wohnung am Waldrand. Gegen 21 Uhr bringt der Vater Zeynep ins Bett. Irgendwann in dieser Nacht verschwindet das Kind unbemerkt aus der Wohnung. Ob sie selbst hinausging oder gelockt wurde, ist bis heute unklar. Gegen 4:30 Uhr bemerkt die Mutter ihr Verschwinden. Eine verzweifelte Suche beginnt – nur eine Stunde später wird Zeynep wenige Hundert Meter entfernt tot aufgefunden. Sie wurde teilweise entkleidet, über einen Zaun gehängt und erlitt mehrere tödliche Stichverletzungen am Hals. Einige Kleidungsstücke , darunter ein weißes Ringelsöckchen, sind bis heute verschwunden. Die Ermittler gehen eindeutig von einer sexuell motivierten Tat aus.
Die Polizei sicherte damals zahlreiche Spuren, befragte Nachbarn, durchkämmte die Umgebung. Doch der Täter wurde nie gefunden. Heute, 38 Jahre später, lässt die Mordkommission Hagen sämtliche alten Spuren erneut untersuchen – mit modernster DNA-Analytik. Die Ergebnisse stehen noch aus. Die Staatsanwaltschaft setzt erneut auf die Mithilfe der Bevölkerung: Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, gibt es 5000 Euro Belohnung (Mordkommission Hagen 02331 / 986 - 2066).
Am 26. November 2025 wurde der Fall Zeynep in „Aktenzeichen XY“ einem Millionenpublikum gezeigt. Die Ermittler hoffen, dass die filmische Rekonstruktion Erinnerungen weckt – vielleicht auch bei Menschen, die damals geschwiegen haben oder denen ein Detail erst jetzt bewusst wird.









