Birkenstock: Miese Arbeitsbedingungen? Mitarbeiter klagen an
Der Name steht für Luxus und prominente Fans. Doch jetzt sorgt das deutsche Unternehmen Birkenstock für Wirbel. Die Mitarbeiter klagen über schreckliche Arbeitsbedingungen.
Es ist wie die Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär: Aus der Ökolatsche Birkenstock wurde ein Luxus-Produkt. Promis wie Heidi Klum (52) oder Kendall Jenner (30) outeten sich als Fans. Sogar im Film „Barbie“ spielten ein Modell eine Rolle. Die Folge: Aus dem kleinen Ort Linz am Rhein zog das Unternehmen an die weltberühmte Wall Street. Gleichzeitig blieb die Firma in der Heimat. So werden die Luxuslatschen zum Beispiel in Pasewalk produziert. Doch hinter den heilen Kulissen geht es offensichtlich ganz anders zu. Die Rede ist von Mobbing, Psycho-Druck und mangelndem Arbeitsschutz. Das Unternehmen widerspricht!
Mitarbeiterin sagt: Ich wurde geschlagen
Aufgedeckt hat den Skandal der NDR. Die Reporter sprachen mit polnischen Mitarbeitern – wie Die Pauline Staron. Sie arbeitet ab Anfang Dezember 2023 als ungelernte Kraft in dem Werk. Und erzählt von Arbeitsbedingungen, die wie der Horror klingen. Nach ihren Berichten durfte sie an einigen Tagen stundenlang nicht zur Toilette. Dazu wurde sie angeschrien – und sogar einmal geschlagen. „Es war eine Nacht im Januar 2025. Ich wurde von Teamleiter Michal S. ins Gesicht geschlagen“, erzählt sie in dem Bericht.
Danach habe sie sich bei ihrem Vorgesetzten beschwert. Doch passiert sei nichts. „Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll: Man hat es unter den Teppich gekehrt“, sagt sie. Die Folgen für sie: Paulina Staron ist in psychologischer Behandlung, leidet unter Depressionen.
„Keine Grundlage für die vorgebrachten Vorwürfe“, so das Unternehmen
Das Unternehmen erklärt schriftlich dazu, „ein Zeuge bestätigt, dass es keinen Schlag gab, sondern eine unbeabsichtigte Berührung, als der Teamleiter einen Arbeitsschritt erklären wollte“. Doch eine andere Zeugin sah Paulina Staron mit einer deutlichen Spur auf ihrer Wage – und in Tränen aufgelöst. Trotzdem sagt das Unternehmen, es hätten sich „keine Grundlage für die vorgebrachten Vorwürfe“ ergeben. Der Schichtleiter arbeitet mittlerweile nicht mehr für Birkenstock.
Insgesamt sprachen die Reporter mit 13 Frauen und Männern. Die Vorwürfe, die sie erheben, sind drastisch. „Ich musste auch mitteilen, dass ich meine Periode habe und das auch meinen Kolleginnen sagen", erzählt zum Beispiel Katarzyna. Eine andere Frau berichtet von Chemikalien, denen sie ausgesetzt war. „Nach einigen Wochen Arbeit begann ich, mich unwohl zu fühlen", erzählt sie. Sie hatte ständig Halsschmerzen, ging zum Arzt. „Der Arzt stellte fest, dass dies durch chemische Dämpfe verursacht wurde“, so die Frau.
Kontrolleure meldeten sich vorher an
Sie schreibt anonym eine Beschwerde an das Landesamt für Gesundheit und Soziales. Danach werden die Maschinen täglich mehrfach mit Fibrolit gereinigt, einem Lösungsmittel, das nur in gut belüfteten Räumen angewendet werden soll. Das Amt reagierte – und meldete sich bei Birkenstock für einen Besuch an. Dabei fanden die Mitarbeiter keine Anhaltspunkte, die die Beschwerde belegten.
Dagegen erklärt der Betriebsratsvorsitzende Roman Adamczyk, dass „wirklich alles für diesen Besuch vorbereitet“ war. Kurz: „Alles war dann auch einwandfrei“, so Adamczyk. Doch kam waren die Kontrolleure weg, war alles wie vorher. Heißt: In der Produktionshalle soll der Gestank wie eine Wolke gehangen haben. „Die Belüftung funktioniert praktisch nicht.“ Für ihn geht es mittlerweile auch um seinen Job. Denn nachdem er in den Betriebsrat gewählt wurde, wurde sein Vertrag nicht verlängert – trotz vorheriger Zusage.
Das Unternehmen kennt die Vorwürfe zwar, sieht aber „keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung“. Die Mitarbeitenden seinen „durch eine mehrstufige technische Infrastruktur geschützt. Die Lüftungs- und Absauganlagen werden durchgehend standardisiert betrieben.“







