Autodiebe, hört jetzt kurz mal weg!

Easy Exit Card nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem Autoscheiben-Zerstörer

Wie bekommt man im Notfall eine Autoscheibe ganz schnell auf? Die „Easy Exit Card“ sorgt für schnelle Hilfe im Hosentaschenformat.

Die Gründer vor einem Auto.
Kleine Karte, große Wirkung. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer
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Ein Unfall, blockierte Türen, eingeklemmte Personen – und plötzlich zählt jede Sekunde. Genau für diese Momente haben Bernd Lüke (56), Stephan Pannhorst (57) und Sylvain Victor (54) aus Paderborn die Easy Exit Card entwickelt: ein Notfallwerkzeug im Kreditkartenformat, das Autoscheiben gezielt zerbrechen und blockierte Gurte durchtrennen soll.

Ein Nothammer im Kartenformat

Die Idee kommt nicht vom Schreibtisch, sondern aus der Praxis. Bernd ist seit vielen Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. „Wenn wir keinen Zugang zu einer verletzten Person haben, zählt jede Sekunde. Dann ist es besonders wichtig, eine erste Öffnung zu schaffen, um helfen zu können“, erklärt er. Die Gründer kombinieren ihre Erfahrung aus der SIM-Karten-Branche mit Bernds Einsatzwissen und entwickeln ein Tool, das jede und jeder im Alltag bei sich tragen kann.

Die Easy Exit Card besteht aus einem speziell verstärkten Kunststoff und einem gehärteten Schlagdorn. Im Ernstfall wird die Karte zwischen Seitenscheibe und Dichtung gesteckt, leicht gespannt und mit einem kurzen Hebelzug freigegeben – der gespeicherte Impuls lässt die Seitenscheibe kontrolliert bersten. Das funktioniert von innen wie von außen, etwa bei Verkehrsunfällen, wenn Türen klemmen oder bei Hitze, wenn Kinder oder Tiere im Auto eingeschlossen sind.

Zum System gehört eine Schutzhülle mit integriertem Gurtschneider, die den Dorn abdeckt und gleichzeitig blockierte Gurte sicher durchtrennen kann. Durch das flache Format lässt sich das Tool hinter der Sonnenblende, in der Mittelkonsole, im Handschuhfach oder in der Handtasche verstauen.

Für 100.000 Euro bot das Team 25 Prozent seines neu gegründeten Unternehmens an und suchte in der „Höhle der Löwen“ vor allem einen Vertriebspartner.

Die Löwen reagieren emotional

Die Löwen – Dagmar Wöhrl, Judith Williams, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel und Frank Thelen – reagieren sofort persönlich. Judith, Ralf und Janna erzählen von Situationen, in denen sie oder ihre Kinder in Autos eingeschlossen waren oder nach einem Unfall nicht schnell genug herauskamen. Die Relevanz des Produkts stellt niemand in Frage.

Aktuell kostet die Produktion etwa 3 Euro pro Karte, der geplante Verkaufspreis liegt bei 12 Euro. Angesichts von rund 50 Millionen PKW in Deutschland und jährlich etwa 260.000 Verkehrsunfällen mit Verletzten sehen die Gründer einen großen potenziellen Markt.

Judith Williams schätzt die Sinnhaftigkeit des Tools, sieht den optimalen Verkaufspreis aber eher bei einem 5-Euro-Baumarktprodukt – bei 12 Euro steigt sie aus. Frank Thelen erkennt zwar den Wert, ist aber nicht der richtige Investor, um massenhaft Plastikkarten möglichst günstig produzieren zu lassen, und verabschiedet sich ebenfalls.

Das Patent überzeugt

Die verbliebenen Löwen sind positiv überrascht, als klar wird, dass die Easy Exit Card patentiert ist und damit in Europa vor Nachahmern geschützt wird. Janna Ensthaler steigt trotzdem aus. Ihrer Meinung nach gibt es bessere Löwen für dieses Produkt, die den Weg in Baumärkte, Autohäuser oder erste Hilfekits schneller ebnen können.

Genau als diesen Löwen sieht sich Ralf Dümmel. Mit seiner Erfahrung im Handel und seinem Netzwerk in den Bereich Sicherheits- und Haushaltsprodukte bietet er den Gründern einen Deal zu den gewünschten Konditionen – 100.000 Euro für 25 Prozent. Dagmar Wöhrl überlässt ihm den Zuschlag freiwillig, da sie Ralf als idealen Partner für dieses Produkt betrachtet. Für die Gründer endet der Pitch mit einem klaren Happy End.

So sieht die Easy Exit Card heute aus

Nach der Sendung wurde das Design noch einmal optimiert. Die Karte ist weiterhin im Bankkartenformat, aber die Hülle mit Gurtschneider ist nun kompakter, sodass sie bequem hinter der Sonnenblende, in der Mittelkonsole oder im Erste-Hilfe-Kasten verstaut werden kann. Für das klassische Portemonnaie ist sie nach wie vor etwas zu dick – im Auto selbst ist sie jedoch schnell griffbereit.

Die Easy Exit Card ist sowohl im eigenen Onlineshop easyexitcard.com als auch bei Amazon erhältlich. Angeboten werden Einzelprodukte sowie 2er- und 4er-Bundles, damit mehrere Fahrzeuge im Haushalt oder das Auto von Familie und Freunden ausgestattet werden können.

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