Ehefrauen sollen gehorchen

Generation Z Studie: Erschreckende Rollenbilder? Die ganze Wahrheit dahinter

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Laut einer Umfrage finden viele Männer der Generation Z, dass Ehefrauen gehorchen sollen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit

Rückansicht eines verliebten Paares, das auf einem sommerlich sprießenden Weizen-Feld spazieren geht. Verliebter Mann und Verliebte halten Händchen.
Wünschen sich jüngere Männer traditionelle Rollenbild? Ja, sagt eine Umfrage. Foto: Strelciuc Dumitru/iStock
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Ausgerechnet zum heutigen Weltfrauentag (8. März) schockt das Meinungsforschungsinstituts Ipsos mit einer Umfrage unter der Generation Z zur Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen. Denn das Ergebnis hat es in sich. Rund jeder dritte Mann aus den Jahrgängen 1997 bis 2012 findet zum Beispiel, dass Ehefrauen ihren Ehemännern gehorchen sollen. Dagegen können bei den älteren Männern (Jahrgänge 1946 bis 1964) nur 13 Prozent diesem Satz zustimmen.

Gen Z-Männer lehnen unabhängige Frauen ab

Dazu finden 57 Prozent der Männer der Generation Z auch:  Die Gleichstellung von Frauen wurde schon so weit gefördert, dass jetzt Männer diskriminiert werden. Bei den Boomern sind es 42 Prozent, die so denken. Und: Ein Viertel der Gen‑Z‑Männer (24 Prozent) lehnt zu unabhängig oder selbstständig auftretende Frauen ab – zugleich finden 41 Prozent Frauen mit erfolgreicher Karriere attraktiver. Bei Boomer‑Männern liegen beide Werte deutlich niedriger (12 bzw. 27 Prozent).

Zahlen, die auch die Macher der Studie überraschen. „Dass sie glauben, dass zu viel für die Gleichstellung getan wurde, das fand ich eigentlich überraschend“, so Dr. Robert Grimm, Leiter Bereich Politik- und Sozialforschung bei Ipsos. „Das fand ich am überraschendsten, dass es dort so eine Art Rückentwicklung gibt, was diese Einstellung anbelangt.“

Studie ist keine wissenschaftliche Analyse

Die Umfrage schlug Wellen, viele Medien berichteten. Doch ist die Umfrage wirklich repräsentativ? Nein, findet Autorin Jo Lücke. Im Gegenteil: Sie spricht von „Fake News“! „Dieses Ipsos Institut ist kein seriöser Anbieter“, erklärt sie. „Das, was ihr da lest, ist eine Werbung für das Unternehmen selbst!“ Ihr Hauptkritikpunkt: „Die Umfrage und die Auswertung genügt keinerlei wissenschaftlichen Standards.“

Schon die Umfrage selbst kritisiert Jo Lücke: Es ist eine Online-Umfrage, für die sich die Befragten vorher selbst registriert haben. Und genau das bringt „ganz, ganz viele Verzerrungseffekte mit“, so die Autorin. Denn: Wer sich freiwillig registriert, hat bereits eine starke Meinung. Und: Diese Menschen stehen nicht für die ganze Bevölkerung.

Auch die Fragen kritisiert sie als suggestiv formuliert. Das bedeutet: Die Art der Frage beeinflusst die Antwort bereits. Ihr Fazit: „Diese Studie ist keine wissenschaftliche Analyse. Und: Ipsos ist „eine Marketingfirma, die Umfragen verkauft.“ Daher sei sie „gut in der Lage, Ergebnisse zu produzieren, die sie gerne hätten.“ Doch auch Jo Lücke gibt zu: „Ich kann nicht ausschließen, dass die Gen Z denkt, Frauen sollten ihren Männern gehorchen. Aber diese Studie kann das auch nicht belegen.“ Ihr Wunsch: „Hinterfragt diese Sachen.“

Quellen