Golden Toast betroffen: Beliebte deutsche Traditions-Bäckerei schließt Werk!
Es ist ein Schock für Beschäftigte und Toast-Fans: Eine Traditionsbäckerei schließt ihr Werk in Essen. Fast 120 Mitarbeitende verlieren ihren Arbeitsplatz.
Für viele gehört „Golden Toast“ seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich zum Frühstückstisch. Jetzt sorgt ausgerechnet die Großbäckerei hinter der bekannten Marke für eine bittere Nachricht: Das Lieken-Werk in Essen-Borbeck soll Ende 2026 schließen. Fast 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz.
Die Entscheidung trifft nicht nur die Beschäftigten hart, sondern sorgt auch in der Region für große Sorgen. Viele der Betroffenen arbeiten bereits seit Jahrzehnten für das Unternehmen und verbinden mit dem Werk weit mehr als nur ihren Job.
Traditionswerk in Essen soll Ende 2026 schließen
Wie das Unternehmen bestätigte, soll der Standort in Essen-Borbeck zum 31. Dezember 2026 endgültig dichtmachen. Produziert wurde dort unter anderem der bekannte „Golden Toast“, der in unzähligen deutschen Haushalten regelmäßig auf dem Tisch landet.
Für Kundinnen und Kunden soll sich zunächst allerdings wenig ändern. Die Produktion der Backwaren werde laut Unternehmen auf andere Standorte verteilt, sodass „die Versorgung der Kunden gesichert“ bleibe.
Für die Beschäftigten ist die Nachricht dennoch ein schwerer Schlag.
Mitarbeiter reagieren geschockt auf die Nachricht
Die Belegschaft wurde laut Berichten am Freitag kurzfristig zusammengerufen und über die geplante Schließung informiert. Besonders tragisch: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bereits seit vielen Jahren im Werk.
Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhrgebiet, Martin Mura, schilderte die Stimmung drastisch. „Viele haben auf dem Parkplatz geweint, wissen nicht weiter.“
Besonders die enge Verbindung zum Unternehmen mache die Situation emotional so belastend. Viele Beschäftigte hätten sich stark mit der Marke und dem Produkt identifiziert.
Das sind die Gründe für die Schließung
Das Unternehmen nennt mehrere wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung. Gegenüber Medien erklärte Lieken, dass „anhaltend schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ sowie ein „stagnierendes bis leicht rückläufiges Marktumfeld im Bereich Toast und Sandwich“ eine zentrale Rolle gespielt hätten.
Hinzu kämen stark gestiegene Energie-, Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie ein hoher Investitions- und Sanierungsbedarf am Standort.
In den kommenden Tagen wolle das Unternehmen nun Gespräche mit den Betroffenen führen und Abfindungsangebote unterbreiten.
Gewerkschaft kritisiert Vorgehen scharf
Die Gewerkschaft NGG reagierte mit deutlicher Kritik auf die angekündigte Werksschließung. Vor allem der Zeitpunkt sorgt für zusätzlichen Ärger: Im Werk existiert derzeit offenbar noch kein Betriebsrat. Erst im kommenden Monat soll einer gewählt werden.
NGG-Regionalgeschäftsführer Martin Mura wirft dem Management deshalb „soziale Instinktlosigkeit“ vor. Die Gewerkschaft fordert nun vollständige Transparenz über die wirtschaftlichen Hintergründe, mögliche Alternativen und die konkreten Folgen für die Beschäftigten.
Lebensmittelbranche steckt weiter in der Krise
Die Schließung des Lieken-Werks reiht sich in eine ganze Serie schlechter Nachrichten für Nordrhein-Westfalen ein. Viele Unternehmen kämpfen aktuell mit hohen Energiepreisen, steigenden Kosten und schwierigen Marktbedingungen.
Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass auch die Warsteiner-Gruppe Standorte verändern will. Dort sind ebenfalls hunderte Arbeitsplätze betroffen.
Für Essen bedeutet die Schließung des Lieken-Werks deshalb mehr als nur das Ende eines Produktionsstandorts. Für viele Menschen endet damit ein Stück Industrie- und Alltagsgeschichte – verbunden mit großer Unsicherheit für die Zukunft.







