„Das war falsch!“

Klage wegen Verleumdung: Tyra Banks wehrt sich gegen Netflix-Doku

Sie war das Gesicht von „America’s Next Topmodel“. Jetzt sorgt Tyra Banks für Schlagzeilen: Sie verklagt Netflix, weil sie in einer Doku „verzerrt“ dargestellt wird

Tyra Banks lacht in die Kamera
Tyra Banks (52) zeigt sich gern gut gelaunt. Doch jetzt wehrt sie sich gegen eine Netflix-Doku. Foto: IMAGO / Everett Collection
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Mit „Reality Check: Inside America’s Next Top Model“ landete Netflix einen Erfolg. Die Dokumentarserie, die am 16. Februar Premiere feierte, stieg mit 14,2 Millionen Aufrufen in der ersten Woche auf Platz 1 der Top 10 der englischen TV-Liste des Streamers ein. Der Inhalt: Ehemalige Kandidatinnen berichten von fragwürdigen Challenges, öffentlicher Bloßstellung und psychischem Druck hinter den Kulissen. Im Mittelpunkt steht dabei auch Top-Model, Moderatorin und Producerin Tyra Bank. Folge: Die 52-Jährige klagt jetzt – gegen Netflix!

Sexuelle Übergriffe während der Dreharbeiten

Vor dem Bundesgericht in Kalifornien hat sie eine Klage gegen Netflix, 89 Blocks Holdings, EverWonder Studio, Netflix Music sowie die Co-Regisseure Mor Loushy und Daniel Sivan eingereicht. Ihre Vorwürfe: Verleumdung, Verleumdung durch Stillschweigen, Vertragsbruch und falsche Empfehlung. Denn: Sie hat den Machern der Doku ein Interview gegeben, dass insgesamt dreieinhalb Stunden dauert, aber nur rund 16 Minuten wurden ausgestrahlt. Und die seien „vom Kontext beraubt und neu zusammengesetzt, um eine falsche und verleumderische Erzählung zu untermauern, die nichts mit dem zu tun hat, was sie tatsächlich ausdrückte.“

Dabei, so Banks, hätte sie sich in dem Interview durchaus kritisch mit der Show auseinandergesetzt und auch eigene Fehler benannt. Doch genau diese Momente „landeten am Ende im Schnittraum“, so die 52-Jährige. Warum sie klagt? „Diese Erzählung über Frau Banks ist eine völlige Erfindung – eine, die Netflix an ein weltweites Publikum von Millionen gestreamt hat.“ Denn: in der Serie geht es auch um den Vorwurf von sexuellen Übergriffen. So berichtete Shandi Sullivan, sie habe nach einem Abend mit männlichen Models einen Blackout gehabt und das Einzige, woran sie sich erinnere, sei, dass ein Mann auf ihr gelegen habe. Dazu wurde auch Tyra Banks befragt. Und genau gegen diese Szene klagt sie jetzt.

„Dass die Zuschauer nur die Lüge sahen“

So heißt es in den Gerichtsunterlagen: „In der Netflix-Serie wird gezeigt, wie Frau Sullivan das Ereignis als Übergriff beschreibt – etwas, das Frau Banks noch nie zuvor gehört hatte und dass ihr während ihres Interviews nicht mitgeteilt wurde. Nachdem sie diese Information zurückgehalten hat, fragt Frau Loushy Ms. Banks: ‚Erinnern Sie sich an die Geschichte mit Shandi?‘ In der Folge blickt Frau Banks nach oben, sagt ‚ähm‘, und dann wird der Bildschirm schwarz. Die Implikation ist verheerend und absichtlich: Tyra Banks kann sich nicht einmal an die Geschichte der Frau erinnern, die in ihrer Sendung angegriffen wurde. Aber das war falsch!“

Laut Klage wurde nicht gezeigt, dass Tyra Banks auf die Frage zuerst bejahend, nickt ‚Ich erinnere mich an ihre Geschichte‘ sagt. Erst danach hätte sie nach oben geguckt. „Indem sie das Nicken aus der Mitte der Sequenz herausschnitten und Ms. Banks' Kommentar am Ende abbrachen, stellten die Produzenten sicher, dass die Zuschauer nur die Lüge und nicht die Wahrheit sahen.“

Mit ihrer Klage will Tyra Banks vor allem eins: Ihr Image wieder verbessern – und Geld kassieren. Aufgrund angeblicher „Verluste zukünftiger Geschäftsmöglichkeiten, Verlust von Geschäftseinkommen“, „schwerer Reputationsschäden“ und „erheblicher psychischer Belastung“ beantragt Banks ein Geschworenenprozess, um eine „angemessene“ Entschädigung für allgemeine und besondere Schäden zu entscheiden.

Quellen