Auch Tierwohl im Blick

Miese Bratwurst: Diese Supermarktwürste fallen bei Öko-Test gnadenlos durch!

Von 19 Bratwürsten auf dem Prüfstand verteilte Öko-Test nur zweimal die Note "sehr gut". Der klare Verlierer im Test schnitt auch mit Blick auf die Tierhaltung schlecht ab.

Bratwürste auf dem Grill
Foto: grandriver/iStock

Öko-Test analysierte 19 verschiedene Bratwürste aus Schweinefleisch und prüfte dabei unter anderem die mikrobiologischen Belastungen und die Mineralölbestandteile in den Wurstmassen. Auch das Tierwohl bei der Haltung und Schlachtung stand im Fokus. Das Ergebnis ist alles andere als lecker.

Bratwürste im Test: Zweimal "sehr gut", einmal "mangelhaft"

Auf dem Prüfstand bei Öko-Test standen Bratwürste aus Biomärkten, Supermärkten und Discountern. Darunter waren sowohl Eigenmarken als auch Marken bekannter Wursthersteller. Die Preisspanne lag zwischen 2,49 Euro und 10,98 Euro, umgerechnet auf je 500 Gramm.

Insgesamt verteilte Öko-Test zweimal die Note "sehr gut", viermal "gut", zweimal "befriedigend", zehnmal "ausreichend" und einmal "mangelhaft".

Test-Verlierer: Diese Bratwurst fällt bei Öko-Test gnadenlos durch

Die einzige Bratwurst, die Öko-Test als "mangelhaft" einstuft, wird bei Aldi Nord und Aldi Süd angeboten. Die Tester kommen in einer Übersicht, die "Ruhr24.de" veröffentlicht hat, zu einem durchweg schlechten Ergebnis – von den Inhaltsstoffen bis zur Tierhaltung:

  • Produkt: BBQ Bratwurst Herzhaft 10 Stück 

  • Anbieter: Aldi Nord / Aldi Süd (HoWe Wurstwaren)

  • Preis pro 500 Gramm: 2,50 Euro

  • Mängel Inhaltsstoffe: Salz erhöht, Phosphate

  • Mineralölbestandteile erhöht

  • Testergebnis Inhaltsstoffe / Sensorik (50%): mangelhaft

  • Auslauf der Tiere ermöglicht: Nein 

  • Keine Impfung / keine Antibiotika: Nein / Nein

  • Kein Kupieren der Schwänze / keine Kastration: Nein / Nein

  • Akzeptabler Anteil Soja / Soja ohne Gentechnik / entwaldungsfreies Soja: Nein / Nein / Teilweise

  • Fragen zum Unternehmen, zu Haltung und Landwirtschaft beantwortet: ausführlich (12 Punkte) 

  • Testergebnis Transparenz / Tierhaltung (50%): ausreichend

  • Gesamturteil: mangelhaft

Bratwurst-Test: Zu viel Salz, Phosphate und Mineralöl

Die Tester*innen konnten in den meisten Produkten gesundheitsgefährdende Stoffe nachweisen. So war in sechs der getesteten Bratwürste zu viel Salz verarbeitet. In einer sogar so viel, dass damit ein Drittel der Höchstmenge an Salz, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung pro Tag empfiehlt, abgedeckt ist.

In neun Wurstprodukten befanden sich zu viele Phosphate, die zu einem Gesundheitsprobleme für Menschen mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion werden können. Phosphate werden als Stabilisatoren im Wurstbrät eingesetzt und sind in Bio-Lebensmitteln verboten.

Ein weiteres großes Problem laut Öko-Test: Zwölf der 19 Bratwürste waren mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoge) verunreinigt. "MOSH können sich im Körper anreichern – was das für die menschliche Gesundheit bedeutet, ist noch völlig ungeklärt. Wir finden: Sie haben nichts in Lebensmitteln zu suchen", schreiben die Tester*innen in ihrem Testbericht.

Weiter heißt es: "Eine mögliche Quelle für die Mineralöleinträge sind Schmierstoffe an Maschinen, die in der Wurstproduktion eingesetzt werden. Sie können aber auch über Wursthüllen, Gewürze oder Kräuter in die Grillwürste gelangen."

Tierwohl: Haltungsbedingungen im Fokus

Öko-Test hat nicht nur Geschmack und Inhaltsstoffe der Bratwürste überprüft, sondern Mithilfe von Fragebögen, die die Hersteller selbst ausfüllen durften, auch ermittelt, wie die Schweine gehalten werden. Das Fazit: "Von 'Schwein gehabt' bis 'arme Sau' ist mit Blick auf die Haltungsbedingungen der Tiere alles dabei."

Demnach hätten Bio-Schweine zwar Auslauf und mehr Platz. Dennoch würden auch "in der Bio-Branche männliche Tiere kastriert, um zu verhindern, dass Eberfleisch mit seinem strengen Geschmack in Umlauf kommt".

Dem gegenüber stehen konventionell gehaltene Tiere, die laut Öko-Test ein kurzes Leben dichtgedrängt in engen Buchten fristen – "ohne Auslauf, Frischluft und mit wenig Beschäftigungsmaterial". 

Den gesamten Test-Bericht gibt es als kostenpflichtiges e-Paper.

Wer im Sommer Grillwürste auf den Rost legen will, sollte nicht nur darauf achten, zu Produkten mit einwandfreien Inhaltsstoffen zu greifen, sondern schon beim Kauf Haltebedingungen und Tierwohl im Blick haben.

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Artikelbild & Social Media: grandriver/iStock

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