Folgt heute die finale Entscheidung?

Ostsee-Wal Timmy liegt im Sterben – oder gibt es doch noch Hoffnung?

Seit Tagen kämpft Buckelwal Timmy in der Ostsee ums Überleben. Während Experten kaum noch Hoffnung sehen, könnte ein neues Gutachten nun über sein Schicksal entscheiden.

Wal Timmy liegt auf einer Sandbank beim Timmendorfer Strand.
Die Hoffnung stirbt zuletzt! Foto: IMAGO / Susanne Hübner
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Der Buckelwal Timmy verharrt weiterhin bewegungslos in einer Bucht vor Insel Poel. Seit fast einer Woche liegt das Tier an derselben Stelle – deutlich geschwächt und kaum noch in der Lage, sich aus eigener Kraft zu befreien.

Zwar atmet der Wal noch, was sich an kleinen Wasserfontänen erkennen lässt, doch sein Zustand gilt als äußerst kritisch. Umweltminister Till Backhaus macht deutlich, wie ernst die Lage ist: Eine Rettung werde zunehmend unwahrscheinlich.

Hinzu kommt die schwierige Position des Tieres. Timmy liegt teilweise auf dem Untergrund auf, der Unterkiefer ruht auf dem Boden. Das enorme Gewicht erschwert es ihm, den Kopf zu heben oder überhaupt zu reagieren.

Rettung nahezu ausgeschlossen

Noch vor wenigen Tagen wurde über verschiedene Rettungsmaßnahmen diskutiert. Doch mittlerweile sind diese Pläne vom Tisch.

Ein möglicher Einsatz eines Bergungskatamarans wurde nach Einschätzung von Experten verworfen. Die Begründung ist eindeutig: Die Überlebenschancen bei einem solchen Eingriff wären extrem gering.

Stattdessen setzen die Verantwortlichen darauf, dass steigendes Wasser dem Wal helfen könnte. Tatsächlich wurde am Dienstag ein höherer Wasserstand als ursprünglich prognostiziert erwartet. Ob das jedoch ausreicht, bleibt fraglich.

Gleichzeitig wurde ein Sperrgebiet eingerichtet: Die Polizei hält einen Radius von 500 Metern rund um den Wal frei, um Störungen zu vermeiden.

Gesundheit und Umwelt im Fokus

Parallel zur Beobachtung des Tieres laufen Untersuchungen. Wasserproben rund um Timmy werden aktuell analysiert, um mögliche Risiken auszuschließen.

Der Hintergrund: Der Wal leidet offenbar an einer Hauterkrankung, bei der Gewebe abstirbt und ins Wasser gelangt. Erste Einschätzungen gehen zwar nicht von einer Gefahr für Mensch oder Umwelt aus, endgültige Ergebnisse stehen jedoch noch aus.

Auch veterinärmedizinische und meeresbiologische Gutachten sind in Arbeit. Sie sollen klären, wie es um Timmys Gesundheitszustand tatsächlich steht – und ob es noch eine realistische Überlebenschance gibt.

Entscheidung steht bevor

Am Dienstag wird ein entscheidendes Gutachten erwartet. Es soll die Grundlage für die nächsten Schritte bilden. Erst danach wollen Behörden und Fachleute gemeinsam beraten, wie weiter vorgegangen wird. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Zeit für Timmy wird knapp.

Trotz der düsteren Prognosen gibt sich Umweltminister Backhaus kämpferisch: „Wir geben den Wal nicht auf – bis zum letzten Atemzug.“

Quellen