Schnell, gesund, lecker

Purora nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem ThermóTwist

Der ThermóTwist von Purora wurde von Frank Thelen als „Thermomix Light“ bezeichnet – und das ist durchaus als Lob zu verstehen. Wo gibt es die Glasmahlzeiten jetzt?

Dagmar Wöhrl (r.) , Ralf Dümmel und Judith Williams probieren Purora.
Purora kommt geschmacklich bei allen Löwen gut an. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer
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Ein Mixer, der Bio-Mahlzeiten direkt im Glas sanft erhitzt, dazu fertige Smoothies, Suppen und Elixiere im Baukastensystem: Mit Purora wollte Heinz Pöttinger (38) in „Die Höhle der Löwen“ beweisen, dass gesunde Ernährung alltagstauglich sein kann – und präsentierte den ThermóTwist als Herzstück eines millionenschweren Familienprojekts.

Familienvision statt Fast Food

Purora ist kein klassisches Start-up aus dem Nichts, sondern ein Projekt, das tief in einer Familie verwurzelt ist. Gründer Heinz Pöttinger entwickelt die Vision gemeinsam mit Beatrice Ilie (28), getragen von der gesamten Familie: Vater Heinz senior, Mutter Eva und die Brüder Moritz, Nikolaus und Georg arbeiten aktiv mit – organisatorisch, finanziell und operativ. Insgesamt sind bereits 7 Millionen Euro aus der Familienholding in die Entwicklung geflossen.

Aufgewachsen auf einem Biobauernhof, geprägt von Löwenzahn, Brennnesseln und Beeren, will Heinz das Motto „Fast good statt Fast Food“ in die Küchen holen. Die Idee: Ein Ernährungssystem, das aus zwei Komponenten besteht – Technik und bio-zertifizierten Mahlzeiten. Herzstück ist der ThermóTwist, ein Hochleistungsmixer, der Mahlzeiten direkt im Purora-Glas in unter drei Minuten kalt mixt oder auf 42 bzw. 52 Grad erwärmt. So sollen Vitamine, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten bleiben, während der Körper eine warme, bekömmliche Mahlzeit bekommt.

Dazu liefert Purora bereits rund 30 mixfertige Bio-Mahlzeiten im Glas: Smoothies, Porridges, Soups, Proteinshakes und Kräuterelixiere – ohne Zuckerzusatz und ohne künstliche Inhaltsstoffe. Neben dem Endkundengeschäft setzt das Start-up auf B2B-Kunden wie Büros, Hotels und Fitnessstudios, flankiert von Kochbüchern und Ernährungskuren. Für den Schritt zur internationalen Marke sucht Heinz in der Höhle 300.000 Euro für zehn Prozent – vor allem aber Vertriebsexpertise und Netzwerk.

Zwischen Faszination und Kritik

Mit einem Umsatz von 660.000 Euro und einem Gerätepreis von knapp 150 Euro für den ThermóTwist wirkt das Modell auf den ersten Blick solide. Doch je mehr Heinz erzählt, desto unruhiger wird Frank Thelen. „Ihr verzettelt euch!“, ruft er schließlich – aus seiner Sicht verlieren Purora durch Kuren, Snacks und weitere Ideen ihren zentralen Trumpf aus den Augen. Für Frank ist der ThermóTwist ein „Thermomix light“, der als Gerät stark genug wäre, während Snacks und Zusatzprodukte seiner Meinung nach kaum gegen etablierte Konkurrenz bestehen können.

Frank bleibt noch an einem anderen Punkt hängen: den 7 Millionen Euro Entwicklungskosten. Heinz erklärt, dass viel Geld in die frühe Phase geflossen sei – „Trial & Error“, bis die richtigen Zusammensetzungen und der technische Standard gepasst hätten.​

Carsten Maschmeyer bezeichnet die Summe als potenziellen Rekord für ein Start-up in der Show und steigt aus, Ralf schließt sich ihm an. Im Hintergrund beraten sich währenddessen Judith Williams und Frank.

Dagmar Wöhrl macht den ersten Schritt und bietet die gewünschten 300.000 Euro, möchte dafür allerdings 15 Prozent – mehr als die ursprünglich angebotenen zehn Prozent.

Frank und Judith wollen sich dagegen zusammentun und bieten 400.000 Euro für 20 Prozent, allerdings nur unter einer Bedingung: Das Geschäft mit den Snacktüten soll komplett eingestellt werden. Heinz Pöttinger ist bereit, einen Kompromiss einzugehen, will aber maximal 12,5 Prozent abgeben. Für Frank ist das eine zu niedrige Bewertung; er wäre bereit, mehr Geld zu investieren, aber nicht weniger Anteile zu nehmen.

Dagmar ist überzeugt, dass Frank und Heinz „nicht gut zusammenpassen“ – ein Kommentar, der bei Frank und Judith sichtbar schlecht ankommt. Gleichzeitig deutet Heinz an, dass sein Bauchgefühl ohnehin eher in Dagmars Richtung geht. Frank erhöht noch einmal auf 500.000 Euro, bleibt aber bei seinen 20 Prozent. Dagmar bewegt sich bei den Anteilen und bietet 300.000 Euro für 13,75 Prozent. Am Ende entscheidet sich Heinz für Dagmar – es kommt zum Deal, während Frank sich sichtlich ärgert.

ThermóTwist im Handel – inklusive Snacks

Seit dem Auftritt hat sich Purora deutlich breiter im Markt aufgestellt. Die Produkte sind nicht mehr nur über den eigenen Onlineshop, sondern auch im stationären Handel verfügbar.

Der ThermóTwist ist unter anderem bei MediaMarkt erhältlich, wo er als kompakter Küchenhelfer für schnelle, gesunde Mahlzeiten auftritt. Parallel dazu haben Apotheken Purora-Produkte ins Sortiment aufgenommen – insbesondere Gewürzmischungen, Kräuterelixiere und die vorbereiteten Gläser für Smoothies und Suppen. Und auch die von Frank so kritisch gesehenen Snacktüten sind weiterhin im Angebot – Purora hält also am ganzheitlichen System aus Gerät, Mahlzeiten und ergänzenden Produkten fest, statt sich nur auf den Mixer zu beschränken.

Auf der Website wird der ThermóTwist als „Küchenheld“ inszeniert, der mit 1.000 Watt Leistung, vier Zubereitungsfunktionen (kalt, 42 Grad, 52 Grad, Cream) und automatischer Temperaturabschaltung in wenigen Minuten vom Glas zur fertigen Mahlzeit führt. In Kombination mit Abos und Probierpaketen können Kundinnen und Kunden das Sortiment aus Smoothies, Bowls, Suppen und Shakes testen – geliefert bis an die Haustür oder abholbar im Purora-Store in Raab.

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