Sturmflut und Orkanböen

Sturm-Peitsche "Ylenia": Wetter-Chaos legt Deutschland lahm - nächster Orkan im Anmarsch!

Der Wintersturm "Ylenia" hat viele Teile Deutschlands fest im Griff. Schüler*innen, Autofahrer*innen sowie Flug- und Fernverkehr leiden besonders unter dem Wetter-Horror - doch ein noch gefährlicherer Orkan steht bereits vor der Tür.

In Solingen (NRW) beschädigte ein umgestürzter Baum mehrere Fahrzeuge.
In Solingen (NRW) beschädigte ein umgestürzter Baum mehrere Fahrzeuge. Foto: IMAGO / Tim Oelbermann

Das Sturmtief "Ylenia" hat Deutschland fest im Griff. Vielerorts sind Bäume umgestürzt, der Verkehr leidet massiv - und in einem Bundesland gibt es sturmfrei für alle Schüler*innen.

Sturmtief "Ylenia": Bahn setzt Fernverkehr in vielen Bundesländern aus

Das Sturmtief "Ylenia" sorgt vielerorts für Dauereinsätze der Feuerwehr. Viele umgestürzte Bäume haben den orkanartigen Sturmböen nicht standgehalten und sind umgestürzt. Dadurch wurden zahlreiche Fahrzeuge beschädigt, Straßen und Schienen blockiert. Vor allem betroffen sind der Norden und der Osten.

Die Menschen werden von Feuerwehr und Behörden vielerorts gebeten, wenn möglich zu Hause zu bleiben. In Nordrhein-Westfalen wurde Schülern für den heutigen Tag vorsorglich sturmfrei gegeben, in zahlreichen weiteren Bundesländern ist der Unterricht hingegen freiwillig.

Die Deutsche Bahn hat in vielen Bundesländern den Fernverkehr komplett ausgesetzt, weswegen zahlreiche Reisende gestrandet sind. Betroffen von der Einstellung des Fernverkehrs sind Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Regional kommt es zudem zu Einschränkungen im Nahverkehr, beispielsweise wurde der Zugverkehr in Niedersachen südlich von Hamburg komplett eingestellt.

Die Bahn teilte mit, dass Tickets mit Gültigkeit am Donnerstag und Freitag auch in den nächsten Tagen genutzt werden oder kostenfrei storniert werden könnten. Fahrgäste werden gebeten, sich online über Verspätungen und Ausfälle zu erkundigen.

Flüge gecancelt: "Ylenia" wirbelt alles durcheinander

Doch nicht nur der Verkehr auf Schiene und Straße ist durch "Ylenia" beeinträchtigt, auch Flugzeuge müssen aufgrund der Sturmböen vermehrt am Boden bleiben. Am Flughafen Hamburg zwingt das Orkantief rund ein Dutzend Flieger, am Boden zu bleiben. Betroffen sind unter anderem Verbindungen nach Istanbul, Kopenhagen und München. Auch die Lufthansa strich 20 Flüge, betroffen sind unter anderem Verbindungen am Flughafen Frankfurt am Main.

Im Harz waren hingegen viele Straßen durch umgestürzte Bäume unpassierbar. Hier war allerdings schon im Vorfeld großes Schadenspotential angekündigt worden durch den Sturm. So waren beispielsweise rund um Goslar 11 Straßen zeitweise gesperrt.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde in der Nacht zum Donnerstag die Brücke zur Insel Rügen gesperrt. Autos mussten eine Umleitung über den Rügendamm nehmen.

Orkantief "Ylenia": Sturmflut im Norden, Stormausfall im Süden

In Hamburg und Schleswig-Holstein sorgte der Sturm wiederum für Sturmfluten. Die Pegel erreichten beispielsweise am Eidersperrwerk, in Büsum sowie in St. Pauli kritische Werte. Der Hamburger Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli stand wieder einmal unter Wasser, nachdem er erst im Januar überflutet worden war. In Niedersachsen gab es zwar höhere Wasserstände, allerdings keine Sturmflut.

An vielen Orten im Norden, Osten und Westen Deutschlands wurden zudem Einrichtungen wie Zoos geschlossen. Diese sind beispielsweise in Hamburg, Wuppertal, Berlin und Magdeburg heute nicht geöffnet. Außerdem wurden deutschlandweit viele Wochenmärkte abgesagt.

In Bayern gab es dagegen sturmbedingte Stromausfälle. Nach Angaben der Bayernwerk Netz, dem größten Netzbetreiber Bayerns, waren allein in ihrem Versorgerkreis bis zu 10.000 Haushalte zwischenzeitlich ohne Strom. Die Versorgung sei aber in den meisten Fällen zügig wiederhergestellt worden.

In Sachsen sorgt der Sturm für eine Einstellung des Verkehrs der Schwebebahn am Fichtelberg, ebenso wie für die Sperrung von Ski-Loipen.

Nach "Ylenia": Orkantief "Zeynep" trifft am Freitag ein

Die Wucht des Sturms soll zwar im Laufe des Donnerstags nachlassen, allerdings ist die Verschnaufpause nur kurz. Schon am Freitagmittag wird von den Britischen Inseln kommend das nächste Orkantief erwartet: "Zeynep".

Die Stärke des Orkantiefs und die Auswirkungen können zwar aktuell aber noch nicht genau abgeschätzt werden, betroffen sein wird aber wahrscheinlich wieder der Norden Deutschlands, zudem wird mit im Flachland wie Hamburg und Bremen mit Böen bis zu 140 km/h gerechnet - also einem echten Orkan. Zudem bestehe an der Elbmündung und in Hamburg die Gefahr eine schweren Sturmflut, auch an der Nordseeküste könne es zu Sturmfluten kommen.

RTL-Meteorologe Martin Pscherer sagte gegenüber Wetter.de, dass man es mit einer "brandgefährlichen Lage" zu tun habe. In der Nacht zum Samstag könne es an der Nordsee und im angrenzenden Flachland zu Windspitzen mit bis zu 160 km/h kommen. Es bleibt also auf alle Fälle auch zum Wochenende hin turbulent - und darüber hinaus.

Die Meteorolog*innen sprechen "Zeynep" ein ähnliches Gefahrenpotential wie den Orkanen "Kyrill" (2007) und "Anatol" (1999) zu, andere erwähnen in diesem Zusammenhang den Orkan Lothar (1999). Das Problem ist, dass es sich bei Zeynep um einen sogenannten Schnellläufer handelt. Daher ist eine genaue Vorhersage sehr schwierig, aber ihr Gefahrenpotential ist sehr hoch.

Denn auch mit "Zeynep" ist es wohl noch nicht vorbei. Direkt im Anschluss wird ein weiteres Sturmtief in der Nacht von Sonntag auf Montag für Chaos sorgen können.

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