Schnell nochmal auftanken!

Tankrabatt: Preisexplosion ab 1. Juli? Das plant die Regierung

Günstig war Benzin schon lange nicht mehr, doch durch den Tankrabatt gab es zuletzt immerhin eine spürbare Preissenkung. Damit ist es bald vorbei.

Eine Frau tankt ihr blaues Auto.
Ende Juni wird es an den Tankstellen noch einmal voll. Foto: IMAGO / HMB-Media
Auf Pinterest merken

Der Tankrabatt läuft wie vereinbart zum 1. Juli 2026 aus. Die Koalition von CDU/CSU und SPD hat entschieden, die Maßnahme nicht zu verlängern. Gleichzeitig drohen die Fraktionen den Mineralölkonzernen mit Konsequenzen, falls die Preise dramatisch steigen.

Unterm Strich sollten die Diesel- und Benzinpreise durch den Tankrabatt um 17 Cent je Liter sinken. Den Staat kostete dies gut 1,6 Milliarden Euro. Im Juli ist damit wieder Schluss, teilen Union und SPD mit.

Die Fraktionsvizes Sepp Müller (CDU/CSU) und Armand Zorn (SPD) bestätigten der „Bild"-Zeitung die Entscheidung: „Wir haben nach langen Beratungen entschieden, dass wir den Tankrabatt wie geplant am 30. Juni auslaufen lassen werden", sagte Zorn. Müller ergänzte: „Es ist finanzpolitisch nicht sinnvoll. Wir können es uns in der aktuellen Lage nicht leisten, Schulden dafür aufzunehmen."

Drohung gegen die Konzerne

Beide warnten Mineralölkonzerne zugleich vor deutlichen Preissteigerungen nach dem Auslaufen des Rabatts. Die Koalition sei vorbereitet, um eine mögliche Preisexplosion zu stoppen.

„Ändert sich die Lage ab 1. Juli dramatisch, können wir schnell reagieren" – auch in Sommerferien und der sitzungsfreien Zeit. In einem solchen Fall könne der Bundestag zu Sondersitzungen einberufen werden. „Wir gehen davon aus, dass die Länder im Bundesrat mitgehen."

Mögliche Entlastungen im Gespräch

Im Gespräch sind den Angaben zufolge verschiedene Entlastungen, darunter:

  • Gezielte Zuschüsse für Autofahrer mit kleinen Einkommen

  • Eine höhere Pendlerpauschale

  • Eine niedrigere Energiesteuer

  • Eine Senkung der Stromsteuer für alle

  • Ein Spritpreisdeckel

  • Eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

Offen blieb, welche Maßnahme bei einer erneuten Preisexplosion ergriffen würde. Eine Preisgrenze, ab der die Koalition reagieren will, nannten Müller und Zorn nicht. Müller kündigte zudem an: „Das Kartellrecht wird noch weiter verschärft." Ziel sei es, „den Markt aufzuräumen und mehr Transparenz zu schaffen."

ADAC kritisiert hohe Preisschwankungen

Die Beschränkung auf nur noch eine Benzinpreiserhöhung pro Tag verursacht laut ADAC höhere Preisschwankungen als je zuvor. Die sogenannte Zwölf-Uhr-Preisregel hatte die Regierung am 1. April, einen Monat vor dem Tankrabatt, eingeführt.

Die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstpreis eines durchschnittlichen Tages lag demnach für den Liter Super E10 bei 14,6 Cent. Bei Diesel waren es dem Automobilklub zufolge sogar 18,4 Cent. Die größten Preisdifferenzen an einem Tag hatte der ADAC zuvor im Mai 2025 für Super E10 mit 12,5 Cent und für Diesel im Mai 2022 mit 16,7 Cent beobachtet.

Der ADAC wertete für seine Berechnung die Preise an gut 14.000 Tankstellen aus. Der für Autofahrer günstigste Zeitpunkt zum Tanken ist demnach kurz vor Mittag. Die großen Preisunterschiede im Tagesverlauf sieht der Autoklub als Beleg dafür, dass die Mineralölkonzerne mit Risikoaufschlägen auf die Regel reagieren. Die großen Preissprünge zur Mittagszeit seien nicht nur durch Ölpreissteigerungen erklärbar.

Bereits vor zwei Wochen hatte der Automobilklub kritisiert, an den Tankstellen vollziehe sich der Rückgang von Preisen für Benzin und Diesel zu langsam. Günstigere Einkaufsbedingungen würden von den Mineralölkonzernen nur verlangsamt an die Kunden weitergegeben. Zudem hätten sich zahlreiche Tankstellen nicht an die Zwölf-Uhr-Preisregel gehalten.

Quellen