Wal Timmy ist verschwunden – und die Retter sind wütend
Er hat seine erste Nacht in Freiheit verbracht. Doch niemand weiß, wo er steckt. Denn: Wal Timmy ist abgetaucht. Dafür gibt es jetzt heftige Vorwürfe von seinen Rettern...
Nicht nur in Deutschland haben die Menschen auf diesen Moment gehofft: Timmy ist wieder in Freiheit. Der junge Buckelwal hat jetzt seine erste Nacht im offenen Meer verbracht. Doch wer auf weitere News hofft, wird bislang bitter enttäuscht. Denn: Niemand weiß, wo er gerade ist, weil Senderdaten nicht vorliegen sollen.
Gestern eretes kurzes Zeichen vom Peilsender
Immerhin: Lebenszeichen gab es per Peilsender gestern und heute von Timmy. Danach soll der Wal in die richtige Richtung schwimmen. Doch mittlerweile ist unklar, wo Timmy eigentlich ist. Der Grund: Der Peilsender überträgt keine GPS-Daten, so Bild. Die Rettungs-Initiative hatte aber schon vorher klar gemacht: Die genauen Daten werden sie nicht bekannt geben. Nur das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern soll informiert werden. „Wenn sich bewahrheitet, dass der Peilsender keine Daten liefert, wäre das eine Katastrophe, auch für das ‚Rettungsteam‘“, so Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter.
Dabei hatten die Retter so auf ein Happy End gehofft, nachdem der Buckelwal insgesamt dreimal vor deutschen Küsten strandete. Vor der Insel Poel lag er 29 Tage auf einer Sandbank fest. Experten sahen keine Chance auf Rettung mehr. Nur eine private Initiative gab nicht auf. Sie nutzten eine Barge als Schwimmbad für Timmy und brachten ihn so Richtung Nordsee. Und dann endlich das Happy End: Timmy ist frei!
Retter distanzieren sich von der Freilassung
Doch während die Menschen rätseln, wie es Timmy geht, gibt es immer mehr Vorwürfe gegen den Ablauf seiner Freilassung. In den sozialen Medien kursiert ein Schreiben von Karin Walter-Mommert (62) und Walter Gunz (79), die Timmys Rettung finanzieren. Darin erheben sie schwere Vorwürfe: „Wir konstatieren hiermit, dass wir an der heutigen Entlassungsaktion des Wals weder beteiligt waren noch diese aktiv begleitet haben. Etwaige Konsequenzen für nicht abgestimmte Handlungen am und um den Wal haben der Eigner, die Betreiber und uns bekannte Personen der Crew der Schiffe Fortuna B und Robin Hood zu tragen.“
Dazu wurde die Freilassung ohne ihre Zustimmung durchgeführt. „Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wals führten“, heißt es in der Stellungnahme.
„Die machen mit Timmy, was sie wollen“
Und sie sind nicht allein: Auch Wal-Experte Sergio Bambaren fühlt sich getäuscht. Und jetzt meldet sich Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die Timmy auf seinem Weg in die Freiheit begleitete, auf Facebook. „Es ist eine unfassbare Frechheit, was hier abgeht. Die Mannschaft fährt raus, es sind nur Schiffsleute.“ Lediglich Jeffrey Foster vom „Free Willy“-Team durfte mit zu Timmy auf die Barge fahren. Die Tierärztinnen Dr. Kirsten Tönnies und Anne Herrschaft wurden auf einen späteren Transport vertröstet. Doch der fand nie statt.
„Sie geben keine Informationen. Heute sind wie beide Tierärztinnen komplett ausgeschlossen.“ Sie kann es nicht fassen: „Die machen mit Timmy, was sie wollen. Ich bin so wütend.“







