Wild&Water nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem Getränkezusatz
Ein köstliches Getränk für alle Lebenslagen: Mit Wild&Water ist das leicht möglich. Doch wie ging es nach dem Pitch für das Start-up weiter?
Leitungswasser in einen frischen Eistee verwandeln – ohne Zucker, Plastikmüll oder künstliche Zusätze: Mit Wild&Water aus Berlin wollten Madlen Baetzgen (46) und Christina Schwörbel (51) die Getränkebranche revolutionieren.
Die Marketing-Expertinnen aus einem weltgroßen Konzern pitchten 150.000 Euro für zehn Prozent ihrer Anteile, doch ein Deal kam nicht zustande – wie läuft es mit den Tee-Extrakten heute?
Madlen und Christina kennen sich seit über 20 Jahren und haben ihr Branchenwissen in ein nachhaltiges Konzept gegossen. Wild&Water sind naturreine Tee-Extrakte aus Tee, Kräutern und Früchten, die mit Leitungswasser gemischt werden und zuckerarm, kalorienarm erfrischende Drinks ergeben.
Vier Sorten sorgen für Abwechslung: Mate-Mischungen, Kräuter-Kombis, fruchtige Berry-Varianten oder das belebende „Wave of Lime“ mit schwarzem Tee, Ingwer und Limette – dosierbar von leicht aromatisiertem Wasser bis zu intensivem Eistee. Eine Flasche ergibt bis zu zehn Liter Getränk und ersetzt so bis zu 20 Plastikflaschen.
„Wir haben die beste Quelle direkt zu Hause – Leitungswasser – und wollen, dass mehr Menschen sie nutzen, statt Unmengen an Plastikmüll zu produzieren“, erklären die Gründerinnen. Das Kapital sollte den Einstieg in Büros und Betriebe fördern.
Geschmackstest und erste Kritik
Beim Geschmackstest kommen die Zusätze gut an – die Löwen probieren begeistert. Frank Thelen fragt allerdings nach dem Alleinstellungsmerkmal, auch wenn ihn die Natürlichkeit überzeugt – weniger Zusätze als bei herkömmlichen Sirups. Die Gastlöwen Anne und Stefan Lemcke lieben die Idee, haben aber kürzlich in ein ähnliches Startup investiert und steigen aus. Für Frank ist der Wettbewerb zu groß und die Innovation zu klein.
B2B statt Regal
Die Gründerinnen klären ihr Businessmodell: Kein Einzelhandel, sondern Direktvertrieb an Büros und Betriebe. Ein Set mit vier Flaschen, Pumpspendern und Display kostet 49,90 Euro bei Produktionskosten von 20 bis 25 Euro, eine Einzelflasche 8,99 Euro bei 4,40 Euro Kosten. Seit Verkaufsstart vor sechs Wochen: 11.000 Euro Umsatz.
Carsten Maschmeyer findet die Bewertung von 1,5 Millionen Euro nicht verhältnismäßig und steigt aus. Ralf Dümmel ist kein Direktvertriebs-Spezialist und verabschiedet sich ebenfalls. Judith Williams, die alle Sorten probiert hat, lehnt trotz Begeisterung ab – kein Deal.
Aktuelle Verfügbarkeit und Preise
Trotzdem läuft Wild&Water weiter. Im eigenen Onlineshop sind die Produkte verfügbar: Das Set mit Display kostet jetzt 59,90 Euro, das Probierpaket ohne Display 39,90 Euro – ideal, um alle Sorten zu testen und bis zu 40 Liter Getränk zu mixen.
Auf Instagram macht sich das Start-up mittlerweile aber rar, hier liegt der letzte Post schon 23 Wochen zurück.











