Badedermatitis

Zerkarien im Badesee: Vorsicht bei Hautausschlag nach dem Baden

Zerkarien sind kleine Wurmlarven, die in Badeseen leben. Wer nach dem Baden Hautausschlag bekommt, sollte also auch an Parasiten denken.

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So schön der Badeausflug auch war, so unangenehm können die Folgen werden. In Badeseen sorgen Zerkarien im Sommer für Unruhe. Die kleinen Larven von Saugwürmern verwechseln den Menschen mit ihrem eigentlichen Wirt – dem Vogel.

Zerkarien überleben im Badegewässer nur 48 bis 60 Stunden. Sie werden im Sommer zum Problem, denn ab Wassertemperaturen von 20 Grad verlassen sie ihren Zwischenwirt, die Wasserschnecke, um sich auf die Suche nach einem Wasservogel zu machen. Wenn die Parasiten sich stattdessen in unsere Haut bohren, reagieren wir mit Hautausschlag.

Vorsicht vor Zerkarien im Wasser

Die sogenannte Badedermatitis ist zwar meist harmlos, sollte aber trotzdem nicht unterschätzt werden. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen, weshalb der Ausschlag insbesondere bei Kindern beobachtet werden sollte.

Zudem wurden in den letzten Jahren vermehrt Fälle einer Infektion mit den Larven eines speziellen Saugwurms festgestellt, der die Hautbarriere durchdringen und somit in unseren Organismus gelingen kann. Auch wenn diese Art Zerkarien in Deutschland noch recht selten ist, sollte man diese Symptome daher kennen: Schistosomiasis: Diese Wurmkrankheit ist auf dem Vormarsch

Zerkarien sind die Larven von Saugwürmern und leben oft in Badeseen.
Zerkarien sind die Larven von Saugwürmern und leben oft in Badeseen. Foto: iStock

Symptome einer Badedermatitis

Die Stärke der Reaktion auf die Zerkarien hängt von der Masse des Befalls ab. Ist das Wasser nur leicht besiedelt, verspüren wir kurz nach dem Baden nur einen prickelnden Juckreiz an der Stelle, an der die Larven sich in unsere Haut gebohrt haben.

Innerhalb der nächsten 24 Stunden können rote Flecken entstehen, die sich im Laufe von zwei bis drei Tagen zu mückenstichartigen Quaddeln entwickeln und jucken.

Die Dermatitis ist eine Reaktion unserer Immunabwehr auf die Zerkarien. Mit der Zeit schrumpft der Ausschlag wieder zu kleinen Pusteln, bis er nach spätestens 18 Tagen schließlich verschwindet.

Da der Mensch in dem Fall ein Fehlwirt ist, bleiben die Zerkarien in unserer Haut stecken und sterben – damit sind sie für uns unschädlich. Auch vom Verschlucken der Larven geht keine Gefahr aus.

Trotzdem sollte bei schwerem Verlauf ein Arzt aufgesucht werden – Allergiker und Kinder können besonders stark auf Zerkarien reagieren. Zur Behandlung werden meist entzündungshemmende Mittel eingesetzt, die auch den Juckreiz stillen.

Übrigens: Gin Tonic beugt Mückenstichen vor

Zerkarien im Badesee: Badedermatitis sind kleine Pusteln nach dem Bad im Flachwasser
Foto: Robert Ruidl/iStock

Wie schütze ich mich vor Zerkarien?

Zerkarien treten meist in flachen, warmen Badegewässern auf. Es wird daher geraten, sich möglichst kurz im Ufergebiet aufzuhalten. Zudem sollte man nach dem Baden in öffentlichen Gewässern zügig die Badekleidung ausziehen, duschen und sich kräftig abtrocknen. Dieser Hinweis ist nicht nur für den Schutz vor Zerkarien wichtig. Im Badesee können sich nämlich Bakterien aller Art ideal vermehren. 

(ww4)

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