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Adeline Watkins: Wer war Ed Geins Freundin wirklich, was ist in „Monster“ Wahrheit, was Fiktion?

Netflix' neue „Monster“-Staffel über Ed Gein sorgt für Gänsehaut – aber wie viel davon ist echt? Besonders die Figur Adeline Watkins gibt Rätsel auf. Wir klären, wer sie wirklich war und was sich Netflix dazugedichtet hat.

Foto aus Netflix' neuer „Monster“-Staffel über Ed Gein. Zu sehen ist Ed Gein mit seiner Freundin Adeline Watkins.
„Monster“ sorgt derzeit für Aufsehen unter Netflix-Fans. Foto: Netflix
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Kaum ein Name in der True-Crime-Welt ist so berüchtigt wie Ed Gein. Seine grausamen Verbrechen inspirierten Hollywood-Klassiker wie „Psycho“, „The Texas Chain Saw Massacre“ oder „Das Schweigen der Lämmer“. Jetzt widmet sich auch Netflix in der Erfolgsreihe „Monster: The Ed Gein Story“ dem realen Mörder – und zeigt ihn in einer verstörenden Beziehung mit einer Frau namens Adeline Watkins. Doch wie viel davon stimmt wirklich?

Ed Gein: Der Mann hinter den Horrorfilmen

Edward Gein wurde 1906 in Wisconsin geboren und wuchs auf einer abgelegenen Farm ohne Strom oder fließendes Wasser auf. Sein Vater war Alkoholiker, seine Mutter Augusta Gein eine streng religiöse Frau, die ihn lehrte, Frauen zu hassen und zu meiden. Nach ihrem Tod 1945 zog sich Ed zunehmend zurück – und entwickelte eine unheimliche Obsession.

Zwischen 1947 und 1957 plünderte er regelmäßig Gräber, um die Körperteile der Verstorbenen zu konservieren und aus ihnen bizarre Gegenstände zu fertigen. In seinem Haus fanden Ermittler später Schüsseln aus Schädeln, Masken aus menschlicher Haut und sogar ein „Frauengewand“, das Gein trug, um „in die Haut seiner Mutter zu schlüpfen“.

Zwar konnte man ihm nur zwei Morde nachweisen – an Mary Hogan (1954) und Bernice Worden (1957) – doch die Funde im sogenannten „Haus des Grauens“ erschütterten Amerika.

Ed Geins Freundin Adeline Watkins – Wahrheit oder Netflix-Fiktion?

In der Serie wird Adeline Watkins als Nachbarin und Geliebte von Ed Gein dargestellt, die ihn angeblich über Jahre hinweg begleitete und sogar bei einem Grabraub half. Sie soll ihm die berüchtigte Ilse Koch, eine Nazi-Verbrecherin, vorgestellt haben – eine Verbindung, für die es keinerlei Beweise gibt.

Tatsächlich existierte Adeline Watkins wirklich, aber ihre Beziehung zu Ed Gein war weitaus weniger dramatisch, als es Netflix zeigt.

1957 gab Watkins der Minneapolis Tribune ein Interview, in dem sie zunächst behauptete, 20 Jahre lang mit Gein zusammen gewesen zu sein. Sie beschrieb ihn als „gut und lieb“, sagte sogar, sie habe ihn „geliebt und tue es immer noch“. Laut Watkins habe Gein sie fast geheiratet – einen formellen Antrag habe er jedoch nie gemacht.

Sie erklärte: „Ich habe ihn abgelehnt, nicht weil etwas mit ihm nicht stimmte, sondern weil ich Angst hatte, seinen Erwartungen nicht gerecht zu werden.“

Doch schon wenige Wochen später widerrief sie ihre Aussagen. In einem weiteren Interview im Stevens Point Journal stellte sie klar, dass sie Gein zwar seit 20 Jahren kannte, aber ihre romantische Beziehung nur etwa sieben Monate gedauert habe – und sie nie in seinem Haus gewesen sei.

Wie nah stand Adeline Watkins Ed Gein wirklich?

Adeline Watkins beschrieb ihre kurze Beziehung als unauffällig. Sie und Ed hätten über Bücher gesprochen, seien gemeinsam ins Kino gegangen und hätten in Bars gesessen – während sie Bier trank und er Milchshakes bevorzugte. Gein habe ihr von Fällen aus der Zeitung erzählt und darüber gesprochen, „was der Mörder falsch gemacht hatte“ – Aussagen, die heute in einem ganz anderen Licht wirken.

Dass sie ihm half, Gräber auszuheben oder an seinen grausamen Taten beteiligt war, ist frei erfunden. Ebenso die in der Serie dargestellte Vorstellung durch Ilse Koch – diese beiden Personen sind sich nie begegnet.

Fakt oder Fiktion: Was Netflix hinzufügt

Wie schon bei den früheren „Monster“-Staffeln über Jeffrey Dahmer und die Menendez-Brüder vermischt Netflix auch hier Realität und Fiktion. Während Charlie Hunnam als Ed Gein beeindruckt, ist die Figur der Adeline Watkins, gespielt von Suzanna Son, dramaturgisch überhöht. Sie steht sinnbildlich für das Thema „Mitläufertum“ – weniger als authentische Darstellung einer realen Beziehung.

Die echte Adeline Watkins war eine Nachbarin, die mit Gein kurz befreundet war, aber keine Mittäterin. Ihre späteren Richtigstellungen zeigen, wie sensationshungrig die Presse der 1950er-Jahre war – und wie schnell Gerüchte zu Legenden wurden.

Die wahre Adeline hinter der Netflix-Figur

Netflix’ „Monster: The Ed Gein Story“ zeigt eine fiktionalisierte, dramatische Version von Adeline Watkins, die mit der Realität kaum etwas zu tun hat. Die wahre Watkins war keine heimliche Komplizin, sondern eine Frau, die sich in den falschen Mann verliebte – ohne zu ahnen, wozu er fähig war.

Für True-Crime-Fans bleibt die Serie dennoch spannend – gerade, weil sie einmal mehr zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion in diesem Genre verlaufen kann.

Quellen