„Monster“ auf Netflix: Die Wahrheit hinter Ilse Koch, Ed Geins Inspiration

„Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ zeigt eine der grausamsten Figuren des 20. Jahrhunderts: Ilse Koch. Doch was ist über die berüchtigte „Hexe von Buchenwald“ bekannt?

Charlie Hunnam schaut als Ed Gein in ein Schaufenster voller Kettensägen.
„Monster“ nimmt es auch in Staffel 3 mit der Wahrheit nicht so genau. Foto: Netflix
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In der dritten Staffel von „Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ rückt eine Frau in den Mittelpunkt, deren Name bis heute Entsetzen auslöst: Ilse Koch, die berüchtigte Ehefrau des Buchenwald-Kommandanten Karl-Otto Koch.

Gespielt von Vicky Krieps, wird sie in der Serie als grausame und machthungrige Frau dargestellt – eine Rolle, die auf realen historischen Ereignissen basiert, aber zugleich viele Fragen offenlässt.

Die „Hexe von Buchenwald“

Ilse Koch wurde während des Zweiten Weltkriegs zu einem Symbol für die perverse Brutalität des NS-Regimes. Sie wird bis heute als „Hexe von Buchenwald“ oder „Kommandeuse von Buchenwald“ bezeichnet - was in der Netflix-Serie „Monster - Die Geschichte von Ed Gein“ nicht gerade passend in „Schlampe von Buchenwald“ umgedichtet wurde.

Obwohl sie keine offizielle Position in der SS oder der NSDAP innehatte, war sie durch ihren Ehemann eng mit dem Konzentrationslager Buchenwald verbunden. Zeitzeugenberichte beschreiben sie als sadistische Frau, die Gefangene misshandeln ließ, sie verspottete und in einigen Fällen selbst Gewalt anwandte.

Besonders berüchtigt ist der Vorwurf, sie habe tätowierte Häftlinge gezielt hinrichten lassen, um deren Haut für persönliche Gegenstände zu verwenden – etwa für Lampenschirme oder Buchhüllen. Diese Anschuldigungen sind bis heute umstritten und nie zweifelsfrei bewiesen worden. Sicher ist jedoch: Ilse Koch nutzte ihre privilegierte Stellung aus, um Leid zu verursachen, und wurde zu einer der meistgehassten Figuren der Nachkriegszeit.

Einfluss auf Ed Gein und die Popkultur

Ein Schwarz-Weiß-Foto von Ilse Koch.
Ilse Koch entging der Todesstrafe. Foto: IMAGO / UIG

Nach dem Krieg verbreiteten sich Berichte über Ilse Kochs Taten weltweit. Die amerikanische Presse griff die grausamen Geschichten auf – und diese sollen unter anderem Ed Gein, den berüchtigten Mörder aus Wisconsin, beeinflusst haben. Gein, der später Leichen schändete und Körperteile sammelte, soll durch die Lektüre von Artikeln über Kochs angebliche Verbrechen inspiriert worden sein.

Obwohl diese Verbindung historisch nicht eindeutig belegt ist, nutzt „Monster: Die Geschichte von Ed Gein“ sie als erzählerisches Bindeglied zwischen Realität und Legende. Der Serienmörder Gein wird damit als Produkt einer Gesellschaft gezeigt, die selbst von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs geprägt war – und die Faszination für das Böse aus der Ferne kultivierte.

Der Prozess und das Ende

Bereits 1943 wurde Ilse Koch von der SS verhaftet – wegen Korruption und Missbrauchs ihrer Position. Ihr Ehemann wurde zum Tod verurteilt, sie selbst 1944 freigesprochen. Nach dem Krieg nahmen die Alliierten die Ermittlungen wieder auf: 1947 wurde Koch in einem amerikanischen Militärgericht wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Da sie zu diesem Zeitpunkt schwanger war, blieb ihr die Todesstrafe erspart.

In den folgenden Jahren blieb sie eine umstrittene Figur. Ihr Verhalten im Gefängnis, zwischen Selbstmitleid und Realitätsverweigerung, verstärkte ihren Ruf als Symbol für moralische Verrohung. 1967 nahm sich Ilse Koch in Haft das Leben.

Quellen

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