Wal „Timmy“ in Wahrheit ein Mädchen: Wie konnten die Experten das übersehen?
Buckelwal „Timmy“ galt die ganze Zeit über als Männchen. Doch neue Bilder des toten Tieres zeigen jetzt offenbar genau das Gegenteil!
Der traurige Fall von Buckelwal „Timmy“ nimmt eine unerwartete Wendung. Nachdem das Tier tagelang tot vor der dänischen Insel Anholt trieb, haben Fachleute nun neue Details entdeckt. Offenbar handelt es sich bei dem Wal gar nicht um ein männliches Tier – sondern um ein Weibchen.
Experte ist sich sicher: Wal „Timmy“ ist ein Weibchen
Schon seit Tagen wird darüber gesprochen, wie der junge Buckelwal nach seiner Freilassung im offenen Meer vor Skagen in Dänemark sterben konnte. Doch nun steht plötzlich eine ganz andere Frage im Mittelpunkt: Warum wurde „Timmys“ Geschlecht offenbar falsch bestimmt? Erst jetzt und durch die Rückenlage des verendeten Tieres im Wasser konnten Fachleute den Unterkörper genauer erkennen.
Der Wal trieb auf dem Rücken, wodurch der Geschlechtsbereich sichtbar wurde. Auf aktuellen Aufnahmen entdeckten Expert:innen deutliche Hinweise auf sogenannte Milchdrüsenspalten – ein Merkmal weiblicher Buckelwale.
Walforscher Fabian Ritter erklärte gegenüber der „Bild“ dazu: „Bei einer Wal-Frau liegen dicht neben der Geschlechtsöffnung rechts und links jeweils eine Milchdrüsenspalte.“ Genau diese seien auf den Bildern klar zu erkennen.
Warum hielten alle „Timmy“ für ein Männchen?
Was fraglich bleibt: Bereits bei früheren Strandungen des Wals war stets davon gesprochen worden, dass es sich um einen „Jungbullen“ handle. Diese Einschätzung soll von der privaten Rettungsinitiative gekommen sein, die „Timmy“ begleitet hatte. Auch ein aus den USA angereister Spezialist hatte sich demnach früh auf ein männliches Tier festgelegt.
Dass diese Einschätzung nun offenbar falsch war, sorgt für Diskussionen. Denn viele fragen sich jetzt, wie vermeintlich erfahrene Fachleute das übersehen konnten. Ein möglicher Grund: Bei den vorherigen Einsätzen war der Geschlechtsbereich des Tieres offenbar nicht eindeutig sichtbar. Erst durch den aufgequollenen toten Körper und die ungewöhnliche Lage im Wasser konnten die entscheidenden Details erkannt werden.
„Timmys“ Gesang bekommt ganz neue Bedeutung
Zusätzlich sorgt noch ein weiterer Punkt für Gesprächsstoff. Viele Menschen gingen bislang davon aus, dass „Timmy“ männlich sein müsse, weil er immer wieder mit lautem Gesang auf sich aufmerksam gemacht hatte. Bei Buckelwalen gilt, dass nur männliche Tiere singen.
Doch auch dazu gibt es nun eine neue Einschätzung. Fabian Ritter betont: „Wal-Männer singen, wenn sie um eine Frau werben. Timmy hat vokalisiert. Das war kein Gesang, sondern das waren wahrscheinlich Klagerufe.“ Damit bekommt die tragische Geschichte des jungen Buckelwals noch einmal eine ganz neue emotionale Dimension.







