Zahnpflege

Empfindliche Zähne? Darum solltest du niemals Zahnpasta mit Wasser ausspülen!

Du putzt dir die Zähne und spülst anschließend deinen Mund mit Wasser aus? Das solltest du besser lassen! Erfahre bei uns den wichtigen Grund.

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Was kann man schon falsch machen, wenn man den Mund nach dem Zähneputzen mit Wasser ausspült, denkst du dir? Damit bist du nicht allein. Denn für die meisten Menschen gehört es zur Zahnhygiene-Routine den Mund nach dem Zähneputzen einmal kräftig mit Wasser auszuspülen. Wir haben in einem Gespräch bei Dr. med. dent. Hendrik Felke, der in Berlin in der Praxis Hauptstadtzahnärzte behandelt, nachgefragt und klären, warum du deine Putzgewohnheiten deiner Zahngesundheit zu liebe ändern solltest.

Mund ausspülen nach Zähneputzen: Das solltest du über die Wirkung von Zahnpasta wissen!

Richtiges Bürsten, Reinigen und die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt sind definitiv sehr wichtig. Doch vor allem ist es deine Zahnpasta, die eine essentielle Rolle bei der täglichen Zahnpflege spielt. Denn dank des Inhaltsstoffes Fluorid, werden deine Zähne nicht nur sauber, sie werden auch erwiesenermaßen vor Karies geschützt.

Grund dafür ist zum einen die antibakterielle Wirkung von Fluorid gegen Plaque und den bakteriellen Zuckerstoffwechsel. Zum anderen bewirkt Fluorid die Stabilisierung und Härtung des Zahnschmelzes, während es gleichzeitig, die dem Zahn verlorenen Mineralsalze ersetzt und repariert.

Deshalb wird gerade Menschen mit einer Neigung zu Karies empfohlen zu einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu greifen. Wohingegen Menschen mit einer Tendenz zu Zahnbettentzündungen (Parodontitis) geraten wird, eine Zahnpasta zu verwenden, die entzündungshemmend wirkt und keine abschmirgelnden Partikel enthält.

Du findest die abschmirgelnden Partikel zum Beispiel in Zahnpasta mit "Aufheller-Effekt". Diese können die Zahnoberfläche porös machen und die Zähne damit weniger resistent gegen Krankheiten.

Du siehst, bei der Wahl deiner Zahnpasta solltest du wirklich sorgsam vorgehen. Im Idealfall oder wenn du dir generell unsicher sein solltest: Sprich am besten mit deinem Zahnarzt während der nächsten Kontrollvisite darüber, welche Zahnpasta und -pflege für dich richtig ist.

Faustregel ist: Erwachsene ohne bekannte Vorerkrankungen sollten Zahnpasta mit einem Fluoridanteil von Minimum 0,15 Prozent verwenden. Kinder sollten Zahnpasta mit einem 0,05 prozentigem Fluoridanteil benutzen. Bei Säuglingen und Kleinkindern darf auf gar keinen Fall Zahnpasta für Erwachsene angewendet werden.

Warum du Zahnpasta nicht mit Wasser ausspülen solltest: Das sagen Zahnmediziner

Warum du Zahnpasta nicht mit Wasser ausspülen solltest? Nun, ganz banal gesagt: Weil so gut wie alle positiven Eigenschaften des Fluorids beim Ausspülen im Abfluss landen. Aus zahnmedizinischer Sicht kann sich die Wirksamkeit von Fluorid wesentlich besser entfalten, je länger er am Zahn bleibt. Du fragst dich, wie du deine Zähne richtig pflegst?

Laut Dr. Hendrik Felke ist es am sinnvollsten vor dem Zähneputzen einmal auszuspülen, sodass zunächst die groben Reste entfernt werden.

Anschließend empfiehlt der Zahnmediziner die Zähne zu putzen, Zahnseide zu benutzen und auszuspucken - und danach aufs Ausspülen mit Wasser zu verzichten. "Auf diese Weise können die Fluoride ordentlich einwirken."

„Die Wirkung des Fluorids ist darin bestehend, dass es sich genau in die Stellen reinsetzt, an denen Sie am Zahn Phosphat und Kalzium verloren haben. Je länger das Fluorid am Zahn ist, umso besser kann diese Einlagerung stattfinden. Das ist Sinn und Zweck der Sache, warum man es nicht ausspülen, sondern einwirken lassen sollte.“
Dr. med. dent. Hendrik Felke

Demnach solltest du auf alle Fälle nach dem Zähneputzen die Plaque Rückstände zusammen mit der Zahnpasta ausspucken statt sie mit Wasser auszuspülen. Du fragst dich, ob es einen negativen Effekt auf deine Gesundheit hat, wenn du die Zahnpasta samt Fluorid verschluckst?

Da können wir dich beruhigen! Denn laut Dr. Felke fällt die "Fluorid-Konzentration in Zahnpasta so gering aus, dass die Sorge darum absolut vernachlässigbar ist." In deutlichen Worten: Es passiert dir gar nichts, wenn du nicht gerade die ganze Packung verschluckst.

Mundspülung: Die bessere Alternative zum Ausspülen mit Wasser?

Nun, auch zu diesem Punkt haben wir Dr. Felke befragt. Laut Profi verhält es sich mit den meisten Mundspüllösungen so, dass die Fluorid-Wirkung so stark reduziert ist, dass sie quasi nicht vorhanden ist.

Hinzu kommt, dass der Großteil der Mundspüllösungen, die man kaufen kann, gar kein Fluorid beinhalten und daher auch keinen richtigen medizinischen Hintergrund haben. Sie können als eine Art Wohlfühl-Produkt für den frischen Atem verwendet werden.

Es kommt demzufolge auf die Mundspüllösung an, denn die "die funktionieren sind solche, die eine Alkohol Verbindung haben, eine Wasserstoff Verbindung oder eine Chlorhexidin Verbindung. Diese wirken medizinisch. Alles andere sorgt eher nur für ein frisches Mundgefühl.", so der Mediziner.

Demnach bieten die meisten handelsüblichen Mündspülungen unter anderem deshalb keine Alternative zum Ausspülen der Zahnpasta. - Geschweige denn eine Alternative zum Zähneputzen!

Artikelbild und Social Media: Drazen_/iStock

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