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„Zurück in die Zukunft - Das Musical“: Doc-Brown-Darsteller Jan Kersjes über seine „Traumrolle"

Im Frühjahr 2026 kommt das Musical zum Kultfilm „Zurück in die Zukunft“ in Hamburg auf die Bühne. Wir haben vorab mit Jan Kersjes gesprochen, der in die Rolle des legendären Doc Brown schlüpfen wird.

Raphael Groß (links) wird Marty McFly spielen, Jan Kersjes (rechts) Doc Brown
Jan Kersjes (rechts) wird ab März in die Rolle des Doc Brown schlüpfen, Raphael Groß (links) übernimmt den Part von Marty McFly. Foto: Morris Mac Matzen / Stage Entertainment
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Keine Frage, die Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ ist Kult und erfreut sich nun seit mehr als 40 Jahren großer Beliebtheit über Generationen hinweg. Die gesamte Trilogie konnte weltweit fast eine Milliarde US-Dollar einspielen. Zu weiteren Filmen ist es nie gekommen. Dafür wird die Geschichte des ersten Films seit einigen Jahren in Form eines unterhaltsamen Musicals mit ordentlich Spezialeffekten Abend für Abend auf der Bühne weitererzählt.

2020 feierte „Back To The Future - Das Musical“ im Manchester Opera House seine Premiere, zog dann weiter ans Londoner West End. Zwei Jahre später folgten Auszeichnungen mit dem Olivier Award und dem WhatsOnStage Award als Bestes Neues Musical. Aktuell wird die Show sowohl in London, Sydney und Tokio als auch auf dem Kreuzfahrtschiff „Star of the Seas“ aufgeführt. Fun fact: In Japan ist die Show bis September 2026 ausverkauft.

Bald wird der DeLorean in Hamburg bereit für die große Zeitreise sein. Ab dem 22. März 2026 startet im Stage Operettenhaus „Zurück in die Zukunft - Das Musical“. Wunderweib hatte vorab die Gelegenheit, mit Jan Kersjes zu sprechen, der ab dem Frühjahr in die Rolle des Doc Brown schlüpfen wird.

Interview mit Darsteller Jan Kersjes über seine "Traumrolle"

Was war dein erster Gedanke, als du erfahren hast, dass du die Rolle des Doc Brown übernehmen wirst?

Kein Gedanke, wirklich. [...] Mein Gehirn war im Ohnmachtszustand. Es war eine Nummer zu viel. Ich habe da eigentlich nichts gedacht. Es hat so drei Tage gedauert. Dann habe ich es richtig körperlich gespürt, die Schmetterlinge im Bauch, diese Vorfreude. Es war krass, weil ich es mir unglaublich gewünscht habe, natürlich den Film sehr liebe und das Musical auch hier in London schon gesehen hatte – ohne zu wissen, dass ich da jemals Auditions dafür machen werde – und es einfach eine Traumrolle ist.

Kannst du noch ein bisschen mehr zu deiner persönlichen Verbindung zu „Zurück in die Zukunft“ erzählen?

Wenn ich den Film schaue, ist es mein Lieblingsfilm in dem Moment. [...] Ich gucke den wirklich regelmäßig. Mit Abstand gehört er zu meinen drei Lieblingsfilmen. „Forrest Gump“ ist da noch, auch von Robert Zemeckis, und „Amadeus“ von Miloš Forman sind auf Platz 2 und zweieinhalb.. Und der alte Disney Zeichentrickfilm, „Die Schöne und das Biest“ gehört auch dazu.

Was mich durchs Leben begleitet, ist, dass ich in dem Moment, wenn Biff von George McFly auf die Nase gehauen bekommt, wirklich ganz tief berührt bin und weinen muss - mittlerweile immer mehr. Du merkst es auch im Raum, wenn du jetzt beim Musical mit 1500 Leuten im Theater sitzt, dass jede*r irgendwie einen inneren Biff hat. Es muss nicht eine Person sein, es kann eine Lebenssituation sein oder ein inneres Hindernis, woran die Leute denken. Mit George McFly kann man kurz erleben, wie fantastisch befreiend es sich anfühlt, wenn man für sich einsteht. [...] Der Faustschlag auf Biffs Nase ist natürlich auch nur eine Metapher für viele Arten eines „Befreiungsschlags“.

Außerdem liebe ich die ganze Ästhetik, und natürlich finde ich das Auto unfassbar toll. Es sieht auch auf der Bühne genauso grandios aus.

Wo siehst du für dich als Darsteller die größte Herausforderung?

Ich glaube tatsächlich [...] darin, den Spagat hinzukriegen. Zwischen der komischen Figur Doc Brown mit Slapstick und Action auf der einen Seite [...] und der Freundschaft zu Marty, diese wirklich tiefe Freundschaft, auf der anderen Seite. Ich fand es im Film sowieso, aber auch auf der Bühne, unglaublich glaubhaft, dass er wirklich total involviert ist in das Schicksal dieses Jungen, den er ja gerade erst kennengelernt hat in den 50ern. Er kannte ihn dann noch nicht, es macht aber ziemlich rasch Klick bei den beiden und er macht alles, um ihn zu retten, am Ende ist der Trennungsschmerz sogar riesengroß.

Gibt es eine Szene, auf die du dich am allermeisten freust?

Von hinter der Bühne würde ich sagen, wenn Biff k.o. gehauen wird, weil ich dann immer heulen muss, zum Selberspielen sehe ich jetzt gerade viele Szenen zwischen Doc und Marty, bei ihm zu Hause, die ruhigeren Szenen, natürlich auch der Song „For the Dreamers“ – ich weiß noch nicht, wie er auf Deutsch heißen wird. Die Möglichkeit, die ruhigere Seite, die innere Seite von Doc auszuspielen, da freue ich mich schon sehr drauf.

Und noch eine letzte Frage: Wenn du in der Zeit zurückreisen oder in die Zukunft reisen könntest, wo würde es dich hinziehen?

Meine Eltern haben sehr viel erzählt vom Anfang der 70er Jahre, wie die sich kennengelernt haben, wie sie immer in Amsterdam und in Paris waren. Die haben immer so von der Nach-Hippie-Zeit erzählt. [...] Es war ein unglaubliches Traumbild. Ins Jahr 1974 oder so würde ich hinreisen, und dann vielleicht auch meine Eltern beobachten, aber eigentlich würde ich auch so gerne diesen Vibe dieser Zeit spüren.

Vielen Dank fürs Gespräch, lieber Jan!

Über Jan Kersjes

Jan Kersjes, 1981 in Kleve geboren, studierte Schauspiel an der Arturo Schauspielschule Köln. Schon seit seiner Kindheit spielt er außerdem Klavier und studierte später Gesang an der Musikhochschule ebenfalls in Köln. Nach festen Engagements am Thalia Theater Halle und dem Anhaltischen Theater Dessau, wo er auch als Regisseur, musikalischer Leiter und Komponist tätig war, arbeitet er seit 2013 freiberuflich. Als Schauspieler und Musiker trat er an zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum sowie mit seinem Musikkabarett auch international auf. Zudem ist er buddhistischer Meditationslehrer und Clown. Jan lebt mit seiner Frau und drei Töchtern an der Elbe.

Bis vor wenigen Tagen war Jan Kersjes noch als Timon in Disneys „Der König der Löwen“ Musical in Hamburg zu sehen. Zuvor mimte er bereits den Olaf in Disneys „Die Eiskönigin“ und stand als King George in „Hamilton“ auf der Bühne.

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