Kindergesundheit

Hüftschnupfen: Diese Krankheit bekommen (fast) nur Kinder

Hüftschnupfen (Coxitis fugax) tritt häufig bei Kindern zwischen dem dritten und achten Lebensjahr auf. Die Entzündung des Hüftgelenks ist für die kleinen Patienten schmerzhaft. Was hilft.

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Auch wenn der deutsche Name dieser Krankheit - Hüftschnupfen - erstmal lustig klingt, ist die in der Fachsprache genannte Coxitis fugax alles andere als lustig. Die Erkrankung trifft vor allem Kinder. Doch wie kommt es dazu und wie verhalten sich Eltern in diesem Fall richtig?

Was ist Hüftschnupfen? Vor allem Kinder betroffen - die Ursachen

Der Hüftschnupfen hat einen Namen, unter dem wir uns erstmal nicht viel vorstellen können. Schließlich macht die Hüfte da nicht einfach mal einen Nieser und haut ein zünftiges Hatschi raus. Die Erkrankung namens Coxitis fugax tritt in der Regel bis etwa zwei Wochen nach einer Erkältung oder einem Infekt wie Magen-Darm auf. Aber was ist die Ursache der plötzlichen Schmerzen bei Kindern?

Unter Hüftschnupfen versteht man eine plötzlich auftretende schmerzhafte, aber keimfreie Entzündung des Hüftgelenks bzw. der Gelenkschleimhaut. Sie entsteht durch einen sogenannten Gelenkerguss, also einer Flüssigkeitsansammlung im Gelenkspalt.

Jungen im Altern von drei bis acht Jahren sind vom Hüftschnupfen bis zu vier Mal häufiger betroffen als Mädchen. Erwachsene können diese Entzündung zwar ebenfalls bekommen, jedoch ist das nur äußerst selten der Fall. Bei Hüftschnupfen handelt es sich um eine Krankheit, die ein Mensch maximal einmal im Leben erleidet. Zu den typischen Erkältungszeiten steigen die Fälle von Coxitis fugax an.

Obwohl Hüftschnupfen zu den häufigsten Gelenkerkrankungen von Kindern gehört, ist die Ursache bis heute noch nicht geklärt. Bekannt ist aber: In der Regel geht dem Hüftschnupfen eine andere Krankheit voraus, etwa eine Viruserkrankung (z.B. grippaler Infekt) oder eine Mandelentzündung, aber auch eine Erkältung.

Hüftschnupfen betrifft Kinder und nur selten Erwachsene. (Symbolbild)
Hüftschnupfen betrifft Kinder und nur selten Erwachsene. (Symbolbild) Foto: Anastasiia Korotkova/iStock

Hüftschnupfen-Symptome: So leiden Kinder mit Coxitis fugax

Woran können Mediziner*innen erkennen, ob dein Kind unter Hüftschnupfen-Symptomen leidet? Hier gibt es eine Reihe an typischen Symptomen, die unter anderem die Hüfte betreffen, aber nicht nur.

Typische Symptome von Hüftschnupfen sind vor allem Schmerzen an den Hüften - meistens nur an einer Seite, gelegentlich auch an beiden Hüftgelenken. Dabei zieht der Schmerz von der Leiste über den Oberschenkel und kann bis zum Knie reichen.

Kinder, die an Hüftschnupfen leiden, weigern sich häufig zu klettern, zu laufen und sind eingeschränkt in ihrer Bewegung. Oft beginnen die kleinen Patient*innen mit dem betroffenen Bein zu humpeln, was ein weiteres Symptom für die Erkrankung ist.

Weiters können die Betroffenen neben den Schmerzen am Hüftgelenk leichtes Fieber bekommen. Außerdem kann es zu einer Beschleunigung der sogenannten Blutsenkungsreaktion kommen. Das bedeutet, dass sinkfähige Bestandteile des Blutes, zum Beispiel Blutkörperchen, schneller im Blut absinken als vorher. Diese Erkenntnis kann für die Diagnose hilfreich sein, da dies u.a. ein Hinweis auf eine Entzündung im Körper sein kann.

Wie wird Hüftschnupfen behandelt?

Die Hüftschnupfen-Behandlung ist eher simpel und meist gar nicht notwendig. Wichtiger als die Therapie ist die eindeutige Diagnose der Coxitis fugax, um zum Beispiel eine bakterielle Coxitis (bakterielle Gelenkentzündung) und weitere schwerere Erkrankungen auszuschließen. Dafür wird etwas Flüssigkeit mittels Punktion entnommen.

Ebenso kann ein Blutbild gemacht und Entzündungswerte im Körper überprüft werden, bei länger anhaltenden Beschwerden ist auch eine Röntgendiagnose hilfreich, um andere Krankheiten, die weitaus gefährlicher sind (z.B. Borreliose, Morbus Perthes oder eine bakterielle Entzündung der Hüfte), mit Sicherheit auszuschließen.

Hüftschnupfen vergeht meistens von selbst wieder - etwa 5 bis 15 Tage nach Ausbruch. Eine bestimmte Behandlung oder Therapie ist also nicht erforderlich. Bleibende Schäden beim Kind sind durch Coxitis fugax nicht zu befürchten.

Die einzige Möglichkeit, mit Hüftschnupfen umzugehen, ist Schonung und Entlastung des betroffenen Hüftgelenks. Dazu gehört zunächst Bettruhe, anschließend eine Gehhilfe beim Laufen zu benutzen. Eltern sollten darauf schauen und den Kindern ansonsten erstmal nicht zu viel zumuten - dann verschwindet die Krankheit fast genau so plötzlich, wie sie begonnen hat.

Prinzipiell gilt: bis zu vier Tage Bettruhe für kleine Kinder, bei denen es für Krücken noch zu früh ist, und in den Kindergarten oder die KiTa erst wieder, wenn die Symptome mindestens drei Tage nicht mehr aufgetreten sind. Mit Sport sollte zwei Wochen pausiert und dann erst langsam wieder begonnen werden.

Nur bei sehr starken Schmerzen sind Medikamente nötig. Manchmal werden auch entzündungshemmende Arzneimittel eingesetzt, sogenannte Antiphlogistika.

Um Hüftschnupfen zu diagnostizieren, ist ein Besuch bei der Ärzt*in also unumgänglich. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann die Ärzt*in die Flüssigkeitsansammlung im Gelenkspalt erkennen und so die eindeutige Diagnose stellen.

(ww7)

Artikelbild und Social Media: Anastasiia Korotkova/iStock (Symbolbild)