Repräsentative Umfrage

Der Kinderwunsch scheitert immer öfter am Kontostand der Deutschen

Kinder wünschen sich viele – aber leisten können sie sich offenbar immer weniger: Laut einer aktuellen Umfrage empfindet mehr als jeder zweite Deutsche Nachwuchs als finanzielles Risiko.

Kleines Mädchen malt Euro-Scheine mit Buntstiften
Jeder zweite Deutsche ist überzeugt: Kinder kann man sich heute nicht mehr leisten. (Symbolfoto) Foto: Envato Elements
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Was mal als Herzenssache galt, ist für viele Deutsche inzwischen eine harte Kalkulation geworden: Der Kinderwunsch beginnt nicht mehr mit dem richtigen Zeitpunkt, sondern mit dem Kontostand.

Das belegt eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“: 1.003 Menschen wurden befragt, 55 Prozent stimmen der Aussage zu, dass man sich in Deutschland kaum noch Kinder leisten kann. Lediglich 34 Prozent sehen das anders.

Im Klartext: Mehr als jeder Zweite hält Kinder für ein finanzielles Wagnis. Die Geburtenrate entwickelt sich parallel in dieselbe Richtung.

Es sind dabei nicht die großen Anschaffungen, die abschrecken. Es ist der Alltag. 81 Prozent nennen die hohen Lebenshaltungskosten als Hauptgrund: Miete, Lebensmittel, Energie. An zweiter Stelle: Steuern und Abgaben mit 59 Prozent. Vom Bruttogehalt bleibt bei vielen so wenig übrig, dass der Spielraum für ein Kind knapp wird.

Das ist kein Luxusproblem. Es betrifft Leute, die jeden Tag arbeiten gehen – und trotzdem nicht wissen, wie sie Windeln, Kita-Gebühren und Winterjacken gleichzeitig bezahlen sollen. Knapp die Hälfte, 48 Prozent, findet außerdem, dass die staatliche Unterstützung nicht reicht. Kindergeld, Elterngeld, Zuschüsse: Was als Entlastung gedacht ist, kommt so nicht an.

Wenn Arbeiten nicht reicht, weil die Betreuung fehlt

Ein Kind kostet nicht nur Geld, es kostet auch Erwerbsmöglichkeiten: 40 Prozent der Befragten nennen den Verdienstausfall durch Elternzeit oder Teilzeit als entscheidenden Faktor. Wer beruflich kürzer tritt, verliert Einkommen. Häufig nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft. Gerade Frauen trifft das – und es wirkt sich bis in die Rente aus.

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58 Prozent beklagen fehlende Kita- und Betreuungsplätze. Wer arbeiten will, kann es oft nicht – weil Plätze fehlen oder Öffnungszeiten nicht zu Arbeitszeiten passen.

Die Betreuungslücke ist dabei vor allem ein westdeutsches Problem: Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlen dort Krippen- und Kitaplätze für rund 16 Prozent der unter Dreijährigen. Im Osten hingegen stehen erste Einrichtungen vor der Schließung, weil zu wenige Kinder geboren werden.

Was die Geburtenrate über die Stimmung verrät

Diesen „Trend“ bestätigen auch offizielle Statistiken: Die zusammengefasste Geburtenziffer lag 2024 laut Statistischem Bundesamt bei 1,35 Kindern pro Frau. 2016 waren es noch 1,60.

Quellen