Toxische Schwiegereltern: 7 Sätze, die du dir nicht bieten lassen musst
Wir haben 7 typische Sätze, die toxische Schwiegereltern entlarven und zeigen wie du ohne Eskalation konterst.
Wir alle kennen sie: die typischen Klischees rund um die „bösen Schwiegermonster“, die uns das Leben schwer machen. Oft scheint es, als könne das eigene Kind, unser*e Partner*in, gar nichts falsch machen, während wir selbst ständiger Kritik ausgesetzt sind. Scheinbar immer zwischen den Stühlen. Was für viele ein reines Vorurteil bleibt, ist für manche Paare leider bittere Realität. Und wenn dann ein unpassender Spruch von Schwiegermama oder -papa fällt, möchte man die Situation meist nicht eskalieren lassen. Also ignoriert man die verletzenden Aussagen und lächelt sie meistens weg. Eine schlagfertige Antwort zu finden, fällt spontan echt schwer. Doch damit ist jetzt Schluss! Diese toxischen Sätze musst du dir wirklich von niemandem gefallen lassen. Auch nicht von deinen Schwiegereltern. Wir zeigen dir, wie du gut kontern kannst, ohne dass es richtig knallt.
1. "Du bist immer so empfindlich. Verstehst du keinen Spaß mehr?"
Üblicherweise fällt dieser Satz, wenn du auf einen unangebrachten Kommentar mit Worten oder einer Geste reagiert hast. Mit dieser scheinbar harmlosen Bemerkung meinen toxische Schwiegereltern aber:
„Ich kann wirklich nicht verstehen, warum du meine spitzen Bemerkungen und Beleidigungen plötzlich nicht mehr einfach wegignorierst. Bisher hast du doch auch immer mitgespielt. Aber glaub' nicht, dass ich damit aufhöre oder eingestehe, dass mein Verhalten verletzend ist. Ganz im Gegenteil: Wenn überhaupt, werde ich sagen, dass ich alles nur gut meine.“
Die Bedeutung hinter der Aussage ist gleich doppelt manipulativ. Zum einen werden deine Gefühle als übertrieben dargestellt und zum anderen stellen sich toxische Menschen so selbst als unschuldiges Opfer dar, deren Humor du einfach nicht teilen willst.
Was jetzt hilft ist erstmal Ruhe zu bewahren und tief durchzuatmen. Kontern könntest du indem du freundlich sagst:
„Dein Humor war schon mal besser!“
„Du denkst, ich bin zu empfindlich.“
„Du scheinst aber gerade sehr empfindlich darauf zu reagieren, wie empfindlich ich bin. Gibt es dafür einen Grund?“
Die erste Aussage beendet die Unterhaltung sofort. Mit der zweiten Antwort, die du als Tatsache und nicht als Frage formulierst, gibst du deinen Schwiegereltern feinfühlig zu verstehen, es sich lediglich um ihre Ansicht handelt und du sie zwar wahrnimmst, aber nicht zu deiner eigenen machst. Die dritte Kontermöglichkeit ist es eine Gegenfrage zu stellen und Schwiegermutter oder Schwiegervater so aus dem Konzept zu bringen. Die wenigsten werden jetzt ausführlich antworten, sondern etwas vor sich hinmurmeln.
2. "Das war doch nur ein Scherz!"
Ähnlich wie Nummer eins, folgt auch der Satz „Das war doch nur ein Scherz!“ meistens auf einen verletzenden Kommentar oder eine Kränkung. Da du verletzt reagiert hast oder anders als die Schwiegermutter oder der Schwiegervater erwartet hat, versuchet er*sie die Aussage zu relativieren und dich zu besänftigen. Gleichzeitig werden damit aber deine Gefühle klein geredet im Sinne von „du sollst dich gefälligst nicht so anstellen“. Eine problematische Aussage.
Hier sind drei schlagfertige Antworten:
„Erklär mal: Was sollte denn daran lustig sein?“
„Offenbar teilen wir nicht denselben Humor“
„Ich konnte darüber nicht lachen“
Während der erste Konter die Schwiegereltern dazu bringt über das Gesagte nachzudenken und sie in Erklärungsnot geraten lässt, setzen die anderen beiden Antworten deutliche Grenzen. Auch hier ist es wichtig, ruhig, aber bestimmt zu bleiben.
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3. "Ich versuche nur dir zu helfen!"
Dieser Satz fällt meistens nach einem ungebetenen Ratschlag. Er soll dir zum einen Schuldgefühle machen und stellt zum anderen die toxische Person als Opfer dar, wenn du die „Hilfe“ ablehnst. Was an diesem Satz problematisch ist die versteckte Kritik und der fehlende Respekt für deine eigenen Regeln. Dass die Schwiegereltern voraussetzen, dass du etwas nicht kannst oder falsch machst - ihrer Meinung nach. Die Bedeutung dahinter: „Ich will, dass du das so machst, wie ich will, weil mein Weg der bessere ist. Punkt.“ Dahinter verbirgt sich ein kontrollierendes Verhalten, das an deinem Selbstvertrauen nagen und dich demütigen soll. Statt dich jetzt in Erklärungen oder Rechtfertigungen zu flüchten, kannst du jetzt so reagieren:
„Ihr macht das bei euch so. Für uns passt das so besser“
„Interessant wie ihr das macht. Wir machen das so“
„Ach, heute machen wir es so und nächstes Mal können wir ja deine Methode ausprobieren“
Die ersten beiden Aussagen machen deutlich, dass du deine eigenen Entscheidungen triffst und dich nicht beirren lässt. Der dritte Konter bietet eine subtile Vertagung des Konflikts. Der im Idealfall natürlich nicht wieder zur Sprache kommt. Aufgeschoben heißt in dem Fall wirklich aufgehoben.
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4. "Das hab ich so doch nie gesagt"
Der Satz „Das hab ich so nie gesagt“ und all seine Varianten kann genauso problematisch sein. Der Fachbegriff für Aussagen wie diese ist Gaslighting, eine Form von emotionaler Manipulation, die die Fakten verdrehen, dich verunsichern und an deiner eigenen Wahrnehmung zweifeln lassen soll. Anstatt, dass die Schwiegereltern sich ihre eigenen Fehler eingestehen, leugnen sie diese einfach. Auch kann die Aussage mit einem Zusatz kommen wie „Das hast du komplett falsch verstanden“. Statt sich zu entschuldigen machen sie dich zum Problem, weil du es in dem Moment bist, die etwas nicht versteht. So kannst du kontern:
„Darauf sag ich jetzt einfach mal nichts“
„Ich erinnere mich anders.“
„Dann erklär mir mal, was ich nicht verstehe“
Wenn deine Schwiegereltern partout alles abstreiten, ist oft der richtige Weg die Diskussion zu beenden. Dann helfen schlagfertige Aussagen wie die ersten beiden. Die dritte Antwortmöglichkeit bietet wieder mehr Diskussionsspielraum, kann aber auch effektiv sein, um Schwiegervater oder -mutter zu überraschen und den Spieß umzudrehen, indem du Rückfragen stellst.
5. "Zu meiner Zeit haben wir das (so und so/anders) gemacht"
Ja, die Schwiegereltern sind nun mal zu einer anderen Zeit aufgewachsen, in der viele Dinge anders gehandhabt wurden. Was den Satz problematisch macht und dir dabei Magenschmerzen bereitet ist, dass er Kritik an eurer Lebensweise impliziert. Auch dieser Satz deiner Schwiegereltern fällt meistens in einem negativen Kontext. In der Berliner Morgenpost empfiehlt Rhetorik- und Kommunikationstrainerin Elisa Franz dem Folgendes entgegenzubringen:
„Wenn du damit sagen willst, dass ich es ganz anders mache als früher, ja, genau das war meine Absicht.“
6. "Das habe ich bei (deiner*m Partner*in) früher auch so gemacht"
Auch dieser Satz von den Schwiegereltern dürfte der*dem ein oder anderen bekannt vorkommen, der Nachwuchs hat und die Enkelkinder den Großeltern überlässt. „Das hab ich bei meinem eigenen Kind so gemacht, also solltest du das bei deinen Kindern genauso machen!“ Problematisch ist diese Aussage deshalb, weil sie wieder impliziert, dass deine Erziehungsmethoden Korrekturen erfordern. Was du jetzt antworten kannst ist:
„Tja, und sieh wie viel Arbeit ich mit ihm*ihr jetzt noch habe“
„Ja, bei (Name der*des Partners*in) war das auch genau das Richtige, aber unsere Kinder ticken da anders“
Während die erste Antwort zwar genauso souverän ist, aber mit viel Humor daherkommt, ist die zweite Antwort eher nüchtern gehalten. Nichtsdestotrotz verfehlen beide nicht ihre Wirkung. Da kommt es wiederum auf das Gemüt der Schwiegereltern an.
7. "Wie sieht es denn hier aus?!"
Auch diese Aussage soll dich abwerten und verunsichern. Ähnlich ist „Ihr hättet ruhig mal aufräumen können, wenn wir schon zu Besuch kommen“. Besonders verletzend, wenn ihr vorher stundenlang aufgeräumt habt. Am besten du lässt dir nicht die Laune verhageln und sagst:
„Was meinst du genau?“
„Tja, im Leben muss man Prioritäten setzen“
„Du bist so aufmerksam, ja wir haben tatsächlich umdekoriert“
Die letzte Antwort hat einen Überraschungsmoment, der eine negative Aussage in ein Kompliment umwandelt. Die erste schlagfertige Antwort soll wieder dafür sorgen, dass deine Schwiegereltern über die Äußerung nachdenken und vielleicht selbst darauf kommen, dass sie sich nicht besonders respektvoll verhalten haben. Antwortest du ruhig und gefasst mit dem zweiten Satz signalisierst du, dass du das Thema für beendet erklärst.
Zum Schluss sei gesagt: Jeder vergreift sich mal im Wort und nicht alle Schwiegereltern sind gleich toxisch, manipulativ oder haben eine böswillige Absicht im Umgang mit ihren Schwiegerkindern. Zum Glück heißen die meisten die*den Partner*in in ihrer Familie willkommen, schätzen das neue Familienmitglied und wollen ihr Wissen einfach an die nächste Generation weitergeben. Den Unterschied zwischen wirklich toxischen Aussagen und „normalen“ Ausrutschern macht Psychotherapeutin Verena Düttman in der Berliner Morgenpost sehr deutlich: „Toxisch werden die Äußerungen, wenn sie wiederholt und – mal mehr, mal weniger bewusst – mit der Absicht gemacht werden, Macht auszuüben“.








