Anirius nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde den doppelseitigen Messern
Ein scharfes Messer, um das Brötchen aufzuschneiden, ein anderes, um die Butter zu verstreichen – das war einmal! Anirius nutzt die Möglichkeiten eines Messer voll aus.
Mit Anirius bringen Anil Kücük (27) und Marius Müller (26) aus Laupheim frischen Wind in den Besteckkasten. Ihre Idee: ein doppelseitiges Messer, das Schneiden und Streichen in einem Werkzeug vereint.
Eine Seite ist grob geschliffen und soll selbst knusprige Brötchen sauber durchtrennen, die andere ist fein genug, um Butter, Marmelade oder Aufstrich ordentlich zu verstreichen. Für die Gründer ist das ein alltagstauglicher Helfer, für die Löwen vor allem ein Produkt mit Potenzial, aber auch mit Fragezeichen.
Ein Messer für Frühstück und Brötchen
Die beiden Feinwerkmechaniker haben rund drei Jahre an Anirius gearbeitet. Aus ersten Prototypen wurde ein fertiges Edelstahlmesser, das an einem Frühstückstisch gleich mehrere Aufgaben übernehmen soll. Das Problem, das sie lösen wollen, ist schnell erklärt: Wer morgens Brot schneidet und danach Butter streicht, braucht normalerweise zwei verschiedene Messer. Anirius macht daraus einen einzigen Handgriff.
Dass die Idee nicht nur auf dem Papier funktioniert, zeigt der Pitch. Beim Schneidetest sind die Löwen angetan, weil sich mit dem Messer tatsächlich ein zusätzliches Schneidemesser sparen lässt. Erste Umsätze gibt es ebenfalls: In sieben Monaten verkauften die Gründer rund 1.300 Sets und erwirtschafteten etwa 40.000 Euro Umsatz. Insgesamt liegen die Gewinne bei rund 40.000 Euro. Für den nächsten Schritt suchen Kücük und Müller vor allem Unterstützung im Vertrieb und beim Markenaufbau. Ihr Angebot in der Höhle: 80.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile.
Begeisterung bei der Probe, Skepsis beim Investment
Trotz der funktionierenden Idee fällt die Resonanz der Löwen gemischt aus. Carsten Maschmeyer mag die Messer grundsätzlich, hält den nötigen Unterstützungsbedarf der Gründer aber für zu hoch und steigt aus. Frank Thelen stört sich an der Form des Messers und kann sich deshalb nicht für das Produkt begeistern. Janna Ensthaler sieht keinen klaren Grund, warum sie ausgerechnet in Anirius investieren sollte. Judith Williams erkennt ebenfalls keine große Innovation.
Ralf Dümmel hadert am längsten, kommt am Ende aber ebenfalls zu dem Schluss, dass es nicht reicht. So verlässt das Gründerduo die Höhle ohne Deal.
Wo Anirius heute erhältlich ist
Kaufen lässt sich Anirius weiterhin direkt über die Website des Start-ups. Das 6er-Set kostet dort nach wie vor 34,99 Euro. Wer mehr bestellt, zahlt bei 12 oder 18 Messern etwas weniger pro Stück. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos. Im Einzelhandel oder bei Amazon sind die zweischneidigen Messer bislang nicht verfügbar.










