Explosionsgefahr!

Es geht wieder los: Timmy-Transport soll heute in Dänemark starten

In Dänemark wollte man sich zunächst nicht mit Timmys Kadaver beschäftigen, doch nun soll der Buckelwal doch vom Strand vor Anholt entfernt werden.

Grabstein mit der Aufschrift Timmy (Kreuz) 2026.
Bald findet Timmy hoffentlich seine letzte Ruhe. Foto: IMAGO / Christian Ohde
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Nach tagelangen Diskussionen um den toten Buckelwal „Timmy“ („Hope“) sollen die dänischen Behörden heute mit dem Transport des Kadavers ins Meer beginnen. Noch hatten sie den Wal vor der Insel Anholt auf dem Seeboden liegen lassen – nun soll das Tier in tieferes Wasser geschleppt werden, um eine mögliche Explosion im Uferbereich zu vermeiden.

Kein Bergung, sondern Verschiebung

Anfangs war die Rede von einer geplanten Bergung des Wals für Untersuchungen gewesen. Doch die dänische Umweltbehörde hat nun einen Schritt zurückgenommen: Die erste Priorität sei es, das tote Tier weit genug ins Meer zu ziehen, damit es bei Explosion Gefahr für die Bevölkerung oder Umwelt verursacht. Die Deformation durch Faulgase hat dazu geführt, dass der Kadaver sich in den vergangenen Tagen stark aufgebläht hat.

Die Behörde ruft weiterhin dazu auf, sich dem Wal nicht zu nähern, da Verletzungs- und Ansteckungsgefahr bestehen könne. Am Wochenende waren bereits Badegäste auf den Kadaver geklettert und für Fotos gestanden, was Kritik ausgelöst hatte. Die dänische Umweltbehörde beschreibt die Situation so: „Derzeit wird an einer Lösung gearbeitet, die es gleichzeitig ermöglicht, eine Obduktion durchzuführen und wertvolle wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke zu sichern.“

Wissenschaftliche Hürden wachsen

Für die Untersuchungen ist jedoch die Zeit ein Problem. Das Umweltministerium Mecklenburg‑Vorpommern gab am Montag bekannt, dass der Wal vermutlich bereits mindestens eine Woche tot – und wahrscheinlich sogar länger – sei. Der Verwesungszustand erschwere sowohl einen Transport als auch eine systematische Untersuchung.

Ähnlich äußert sich das Deutsche Meeresmuseum: „Da der Buckelwal bereits einige Zeit tot ist, sind äußere Verletzungen nicht mehr eindeutig erkennbar“, so eine Sprecherin. Auch eine Organanalyse sei nur noch sehr begrenzt aussagekräftig. Die Möglichkeit bestehe noch, den Wal auf Netzreste im Maul zu untersuchen – dies müsse aber von unabhängigen Fachleuten erfolgen.

Weg und Ende von Timmy

Der Weg des Buckelwals war bis zuletzt ungewöhnlich: Mehrfach war er ab Ende März an deutschen Ostseeküsten gestrandet, nach gescheiterten Rettungsversuchen wurde er schließlich von einer privaten Initiative Richtung Nordsee abtransportiert und Mitte Mai dort freigesetzt. Zwei Wochen später strandete jedoch ein toter Buckelwal vor der Küste von Anholt, und die dänischen Behörden stellten rasch fest, dass es sich um „Timmy“ – den berühmten Ostseewal – handelt.

Quellen