Geht's noch?!

Timmy findet selbst nach seinem Tod keine Ruhe: Schaulustige schänden seinen Kadaver

Auf seiner Sandbank wurde Timmy noch gut bewacht, doch in Dänemark ist sein Kadaver nun frei zugänglich. Das nutzen Schaulustige nun für ihre Zwecke aus.

Ein Buckelwal im Wasser nah am Ufer.
Ähnlich wie hier am Timmendorfer Strand liegt Timmy nun vor der Küste Dänemarks. Foto: IMAGO / Agentur 54 Grad
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Der tote Buckelwal Timmy sorgt auch nach seinem Tod weiter für Aufregung. Nachdem die Behörden am Samstag bestätigt hatten, dass es sich bei dem Tier vor der dänischen Insel Anholt tatsächlich um den bekannten Wal handelt, kam es am Sonntag zu einem geschmacklosen Vorfall: Badegäste kletterten auf den Kadaver und machten Selfies.

Die Aktion ist nicht nur pietätlos, sondern auch gefährlich. Im Inneren eines verwesenden Wals kann sich Gas bilden, das nicht durch die dicke Haut entweichen kann. Im schlimmsten Fall kann der Kadaver deshalb sogar explodieren, warnen Experten. Hinzu kommt die Gesundheitsgefahr, weil der tote Meeressäuger Krankheiten in sich tragen könnte, die auch auf Menschen übertragbar sind.

Behörden warnen vor Nähe zum Kadaver

Schon zuvor hatten die Behörden mehrfach davor gewarnt, sich dem toten Tier zu nähern. Die dänische Umweltbehörde erklärte gegenüber der Bild, man verstehe zwar das „beträchtliche Interesse an diesem speziellen Wal“. Dennoch sei es enorm wichtig, dass Schaulustige einen Sicherheitsabstand einhalten.

Der Körper von Timmy liegt derzeit weiter vor Anholt, nun liegt die Verantwortung bei den dänischen Behörden. Sie müssen entscheiden, was mit dem Kadaver des Buckelwals geschehen soll. Konkrete Pläne für eine Bergung oder eine Autopsie gibt es bislang nicht. „Er behindert niemanden und nichts da draußen, also muss eine Verlegung auf Kosten der Deutschen erfolgen“, sagte Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde.

Was jetzt mit Timmy passiert

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus will mit der dänischen Behörde besprechen, wie es mit Timmy weitergeht. Zudem seien Gespräche mit der privaten Rettungsinitiative geplant, berichtet die „Bild“. Unterdessen geht die Natur ihren Weg: Bereits am Samstag hatten sich Möwen über den toten Walkörper hergemacht, am Sonntag waren die Spuren davon deutlich zu sehen.

Trotz des traurigen Ausgangs verteidigen Backhaus und die private Initiative die Rettungsaktion. Die Initiative habe dem Wal „eine letzte Chance, die Freiheit und die Gesundheit wiederzuerlangen“ gegeben, sagte Backhaus. Auch Experten hätten nicht ausschließen können, dass Timmy überlebt.

Jenna Wallace, die extra aus Hawaii eingeflogen worden war, nannte die Rettung einen Erfolg. Der Wal sei im Ozean gestorben und „blieb nicht allein im Schlamm im flachen Wasser feststecken, was ein viel schlimmeres Schicksal gewesen wäre“, schrieb sie auf Facebook. Ihre Kollegin Anne Herrschaft sagte gegenüber News5: „Ich glaube, er durfte nochmal frei sein und tief tauchen.“