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Gefährlicher Einschlaftipp für Babys: Warum so viele Eltern auf den Butter-Trick reinfallen

Ein Löffel Butter und dein Baby schläft durch! Dieser „Trick“ geht gerade wieder viral, scheint er doch einfach zu verlockend.

Mutter versucht, ihr hungriges, weinendes Baby mit einer Flasche zu füttern.
Wenn das Kind mehrmals die Nacht schreiend aufwacht, kommen Eltern an ihre Grenzen. Da scheint der Butter-Hack zum Einschlafen wie gerufen. Foto: globalmoments/iStock
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Frischgebackene Eltern stehen nicht nur vor neuen Herausforderungen, sie sind oft verunsichert: Warum schreit mein Baby? Ist es hungrig? Braucht es Nähe? Ist es müde? Warum will es nicht schlafen? Hinzu kommt, der eigene Schlafmangel der Neu-Mamas und -Papas.

Einer Studie zufolge, leiden Eltern bis zu sechs Jahre unter dem Schlafmangel, wobei dieser in den ersten drei Monaten nach der Geburt am schlimmsten ist. Mehrmals pro Nacht aufstehen und am nächsten Tag trotzdem funktionieren zu müssen zehrt an den Kräften und an den Nerven.

Keine Überraschung, dass kuriose Einschlaftipps für Babys und Kleinkinder immer wieder viral gehen. Versprechen sie doch Besserung wie durch Zauberhand. So auch der aktuelle Butter-Trick. Warum Ärztinnen und Hebammen jetzt davor warnen.

Warum geben Eltern ihren Babys Butter?

Es sieht so unfassbar einfach aus. Eine Mutter erklärt, sie hätte es selbst nicht geglaubt, bevor sie es ausprobiert hätte und füttert ihr Kind großzügig mit zwei Löffeln Butter. Anschließend habe es endlich durchgeschlafen. Von solchen Videos gibt es unzählige im Netz. Eine andere Mama gibt die Butter sogar in ein Milchfläschchen und verfüttert sie an ihr Baby.

Dabei betont Hebamme und Stillberaterin Helena Ruppert gegenüber dem Magazin „20 Minuten“ „Stell dir mal vor, du müsstest so viel Butter auf einmal verspeisen, wie es das TikTok-Video impliziert. Vermutlich würde dir bei so viel Fett übel werden. Genau so ergeht es auch deinem Baby.“ Ruppert warnt ausdrücklich, Butter solle frühestens ab dem siebten Lebensmonat gefüttert werden und das nur in kleinen Mengen. Keinesfalls solle das Fett als Schlafmittel verabreicht werden.

„Ich kann absolut verstehen, warum Eltern darauf hereinfallen“, sagt Dr. Nina Jane Chad, Forschungsstipendiatin an der University of Sydney und Beraterin für Säuglings- und Kleinkindernährung bei der Weltgesundheitsorganisation, gegenüber dem „Guardian“. Doch Butter werde ein Baby höchstwahrscheinlich nicht dazu bringen, durchzuschlafen, „und für sehr junge Säuglinge kann es sogar Risiken geben“, warnt sie.

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Ist Butter als Schlafmittel für Babys gefährlich?

Wie Kinderärztin Dr. Celine Schlager in einem Instagram Video bestätigt, gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Butter Babys beim Schlafen hilft. Dafür durchaus einige gesundheitliche Risiken. "Der hohe Fettanteil der Butter kann zu zu Verdauungsproblemen beim Kind führen. Und langfristig durch die erhöhte Kalorienaufnahme auch zu Übergewicht." Außerdem bestehe „Erstickungsgefahr, gerade wenn dein Kind eben noch nicht bereit ist für die Beikost", so die Ärztin. Babys im Alter von sechs Monaten oder jünger Butter zu geben „verändert ihre Darmflora und macht sie deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten, die gerade kursieren“, warnt Dr. Nina Jane Chad.

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Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

Du hast dein Baby gestillt oder gefüttert, frisch gewickelt, getragen, gekuschelt und trotzdem lässt es sich einfach nicht beruhigen? Dann ist es sinnvoll, eure Kinderärztin oder euren Kinderarzt aufzusuchen. Hinter anhaltendem Schreien können Schmerzen oder eine Erkrankung stecken. Das sollte unbedingt medizinisch abgeklärt werden.

Bestätigt sich, dass dein Baby körperlich gesund ist, kann eine sogenannte Schreiambulanz oder Schrei-Baby-Beratung eine wertvolle Unterstützung sein. Dort erhältst du professionelle Tipps und Strategien, wie du mit anhaltendem Weinen umgehen kannst und dein Kind bestmöglich begleitest.

Wichtig ist: Jedes Baby ist anders und entwickelt sich anders. Vertraue auf dein Bauchgefühl und scheue nicht davor, dir Unterstützung von Fachpersonen wie Ärzt*innen, Hebammen oder spezialisierten Beratungsstellen zu holen.