Die wahre Geschichte

Michael Jackson: Wie es Affe Bubbles heute wirklich geht

In „Michael“ ist Bubbles nur eines in einer Reihe von ungewöhnlichen Haustieren von Michael Jackson. Doch die wahre Geschichte ist deutlich kurioser.

Michael Jackson und Bubbles lesen in Michael ein Peter Pan-Buch.
Bubbles Interesse an „Peter Pan“ hielt sich vermutlich in Grenzen. Foto: Universal/Lionsgate
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Ein Pfau, eine Giraffe, ein Lama, eine Schlange, eine Ratte – Michael Jacksons Tierliebe nimmt im Biopic ungewöhnliche Ausmaße an. Doch ein Tier erhält natürlich eine Sonderbehandlung: Bubbles, der Schimpanse, der in der Hochphase von Jacksons Erfolg auch immer wieder im Scheinwerferlicht stand. In „Michael“ ist Bubbles ein freundlicher Zeitgenosse in einer Windel, doch das volle Ausmaß dieser kuriosen Freundschaft verschweigt der Film.

Monkey Business

Bubbles wurde 1983 in einer Forschungseinrichtung geboren und zog bereits kurz danach bei Jackson ein. Auch 1988, beim Umzug in die Neverland Ranch, blieb Bubbles an Jacksons Seite.

Laut Jackson benutzte Bubbles seine private Toilette, hatte gute Tischmanieren und erlernte sogar den Moonwalk. Vor Gericht im Jahr 2005 beteuerte Jackson, dass seine Schimpansen sogar im Haushalt helfen: „Sie laufen herum und helfen mir beim Aufräumen. Sie helfen mir beim Staubwischen, sie putzen die Fenster.“

Jacksons Haushälterinnen widersprachen diesem Bericht jedoch. Laut ihrer Aussage musste die Schlafzimmerwand gereinigt werden, nachdem einer der Schimpansen seine Hinterlassenschaften durch den Raum geworfen hatte. Zudem zog sich ein Schimpanse namens Max, Bubbles’ Nachfolger, die Windel aus, bevor er in Jacksons Bett kletterte.

Bubbles on the Road

Bubbles wurde von einem Agenten vertreten und hatte sogar, zumindest Gerüchten zufolge, einen eigenen Bodyguard. Bei einem Besuch bei Yasushi Oshima, dem Bürgermeister von Osaka, begleitete Bubbles Jackson sogar und trank grünen Tee – eine Premiere für alle Beteiligten. In Großbritannien und Schweden durfte Bubbles jedoch nicht an Jacksons Seite bleiben; die Quarantänegesetze waren zu streng.

Nicht jeder begrüßte Jacksons enge Freundschaft zu dem Schimpansen. Bei der Aufzeichnung des Songs „There Must Be More to Life Than This“ mit Freddie Mercury soll Jackson darauf bestanden haben, dass Bubbles mit in die Tonkabine kommen darf. Zwischen den Aufnahmen fragte er Bubbles nach seiner Meinung, worauf Mercury gesagt haben soll: „Ich performe nicht, wenn jede Nacht ein verdammter Schimpanse neben mir sitzt!“ Mercury veröffentlichte den Song daraufhin als Solo-Single; erst 2014 erschien die Version mit Jacksons Beteiligung.

Zu aggressiv für Neverland

Im Jahr 2003 begann Bubbles damit, zu aggressiv zu werden, um noch in der Neverland Ranch zu wohnen – aus Sorge um seinen neugeborenen Sohn Prince Michael II. Zunächst landete Bubbles auf einem Gnadenhof; seit 2005 lebt er im „Center for Great Apes“ in Florida. Für knapp 17.000 Dollar jährlich wird Bubbles dort versorgt und unterhalten, malt Bilder, hört Flötenmusik und knüpft Kontakte zu anderen Affen.

Bubbles wiegt mittlerweile 84 Kilo und wird als „gigantisch und hässlich“, aber auch als „künstlerisch, mild und schüchtern“ beschrieben. Aktuelle Fotos gibt es kaum: Bubbles hasst Kameras und dreht sich bewusst weg, wenn jemand ihn aufnehmen will.

Mit 43 Jahren ist Bubbles ein verhältnismäßig alter Schimpanse; aktuelle Informationen über sein Leben sind jedoch rar gesät. Tiertrainer Bob Dunn, der Bubbles einst an Michael Jackson verkauft hat und bei dem Bubbles 2004 auch kurzzeitig noch einmal lebte, ist sich sicher, dass Bubbles Jackson noch nicht vergessen hat:

„Schimpansen sind intelligent. Sie merken sich Menschen und Dinge. Bubbles und Michael waren enge Freunde und Spielkameraden. Als Michael das letzte Mal zu Besuch war, hat Bubbles ihn definitiv wiedererkannt und sich an ihn erinnert.“