Nun droht die Anzeige

Sterbender Wal gestört: Frau springt von Fähre und schwimmt zu Timmy

Gefährliche Aktion in der Ostsee: Eine Frau ignoriert Sperrzonen – und schwimmt direkt auf den geschwächten Buckelwal zu.

Ein Polizeiauto hinter einem Zaun vor dem Meerstück, in dem Timmy sich befindet.
Buckelwal Timmy wird seit Wochen von der Polizei bewacht. Man sieht: zurecht! Foto: IMAGO / Marc Stinger
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Die Situation rund um Buckelwal Timmy spitzt sich weiter zu – und sorgt nun für einen neuen Zwischenfall. Am Sonntagabend sprang eine Frau von einer Fähre in der Ostsee, um zu dem Tier zu gelangen. Dabei näherte sie sich dem geschwächten Wal bis auf wenige Meter – trotz klarer Absperrungen und Warnungen der Behörden.

Die 58-jährige Nicola, die nach eigenen Angaben aus München angereist ist, beschreibt sich selbst als Klimaaktivistin und Tierschützerin. Ihr Ziel: Aufmerksamkeit erzeugen. Gegenüber Medien erklärte sie: „Der Wal stirbt nicht. Er weint. Er hat Vitalität. Das sieht man. Schlauchboote, die sich ihm nähern, begrüßt er mit einer Fontäne.“ Damit widerspricht sie deutlich der Einschätzung von Experten, die die Lage des Tieres als aussichtslos bewerten.

Bis auf drei Meter an den Wal heran

Um in die Nähe von Timmy zu gelangen, sprang die Frau direkt von einer Fähre ins Wasser – und schwamm in den abgesperrten Bereich. Dort schaffte sie es, sich dem Buckelwal bis auf etwa drei Meter zu nähern.

Die niedrigen Temperaturen schreckten sie offenbar nicht ab. Sie selbst sagte dazu: „Ich bin Eisbachsurferin in München.“ Dennoch handelt es sich um eine hochriskante Aktion – sowohl für die Frau als auch für das ohnehin geschwächte Tier.

Schließlich griff die Polizei ein und holte die 58-Jährige aus dem Wasser. Laut Behörden handelt es sich nicht um dieselbe Person, die bereits am Vortag eine ähnliche Aktion durchgeführt hatte.

Polizei warnt vor Lebensgefahr

Die Polizei reagierte deutlich auf den Vorfall und warnte eindringlich vor solchen Aktionen. Ein Sprecher erklärte: „Gegebenenfalls kann eine Anzeige folgen.“

Besonders kritisch: Die Frau habe sich im gesperrten Bereich aufgehalten. „Die Frau war in den 500-Meter-Sperrbereich eingedrungen. Angesichts der niedrigen Außentemperaturen und des kalten Wassers war dies nicht ungefährlich. Zudem befindet sich in dem Bereich eine Fahrrinne mit Schiffsverkehr.“

Neben der eigenen Gefährdung stellt ein solcher Eingriff auch ein Risiko für Rettungsmaßnahmen und den Schutz des Tieres dar.

Experten sehen keine Hoffnung mehr

Während einzelne Aktivisten weiterhin auf eine Rettung hoffen, bleibt die Einschätzung der Fachleute eindeutig. Der Gesundheitszustand von Timmy gilt als kritisch. Experten (und Sarah Connor) gehen davon aus, dass der Wal zu geschwächt und krank ist, um gerettet zu werden.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus äußerte sich klar: „Für den Wal gibt es aber aufgrund seines Gesundheitszustands keine realistische Aussicht auf Rettung.“

Quellen