Baby hat getrunken

Bäuerchen machen: Bäuerchen kommt nicht? So klappt es!

Dein Baby trinkt an der Brust oder aus der Flasche, doch das Bäuerchen kommt nicht? Wir erklären, was du tun kannst.

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Es ist ein routinierter Handgriff: Nach dem Füttern an der Brust oder mit der Flasche nehmen wir unser Baby hoch über die Schulter und klopfen ihm behutsam auf den Rücken, damit es ein Bäuerchen machen kann. Aber warum eigentlich? Ist ein Bäuerchen immer notwendig?

In diesem Artikel erfährst du, was es mit dem Baby-Rülpser auf sich hat – und was du tun kannst, wenn das Bäuerchen nicht kommt.

Bäuerchen machen: Warum ist es für Neugeborene wichtig?

Eltern bekommen oft den Tipp, ihr Baby nach dem Trinken ein Bäuerchen machen zu lassen. Durch das Rülpsen wird überschüssige Luft aus dem Magen entlassen, die das Baby beim Trinken schluckt.

Bleibt diese Luft im Bauch, kann sie zu Bauchschmerzen oder Blähungen führen. Das Bäuerchen dient daher als vorbeugende Maßnahme, um solche Beschwerden zu lindern und sorgt dafür, dass sich das Baby nach dem Füttern wohlfühlt.

Bäuerchen machen: Was ist das eigentlich?

Wenn ein Baby nach dem Essen aufstößt, dann nennen wir das "ein Bäuerchen machen". Bei Erwachsenen würden wir schlicht „Rülpser“ sagen. Doch da das wenig appetitlich klingt, ging man dazu über, das Aufstoßen verniedlicht als „Bäuerchen“ zu bezeichnen, also „kleiner Bauer“.

Der Grund: Die bürgerliche Gesellschaft in den Städten schaute sich ab dem 19. Jahrhundert immer mehr Verhaltensweisen von den Adeligen ab. Wohl auch, um sich von dem harten, einfachen Leben der Bauern abzugrenzen. Daher war es ausschließlich Babys und Bauern gestattet, in der Öffentlichkeit zu rülpsen.

Bäuerchen machen oder nicht? Daran erkennst du, ob ein Rülpser notwendig ist

Vorweg sei gesagt: Nicht jedes Baby muss jedes Mal nach dem Trinken zwingend ein Bäuerchen machen.

An seinen Lauten kannst du aber erkennen, ob dein Baby ein Bäuerchen machen möchte: Sagt dein Baby „eh“ oder als kurze Serie mit mehreren „eh eh eh“ hintereinander, deutet das daraufhin, dass es ein Bäuerchen machen möchte.

„Jedes ,eh' klingt dabei kurz und spitz“, erklärt Vivian König, Expertin für Babysprache, in ihrem Buch „Was dein Baby dir sagen möchte“ (S. 41). König erläutert: „Der ,Eh-Laut' entsteht bei deinem Kind, weil sein Köper versucht, die im Brustkorb sitzende Luftblase durch Zusammenziehen nach oben herauszupressen.“

„Der Laut für ,ich muss ein Bäuerchen machen' ist meiner Meinung nach der Wichtigste für eine gut funktionierende Babyversorgung und für sein ultimatives Wohlbefinden“, schreibt Vivian König.

Bäuerchen machen oder nicht? Daran erkennst du es!

Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass dein Baby ein Bäuerchen braucht, da die Luft im Bauch drückt:

  • Dein Baby macht „Eh“-Laute.

  • Dein Baby ist zappelig und unruhig.

  • Dein Baby drückt sich mit den Füßen ab.

Gut zu wissen: Gibt dein Baby kein „Eh“-Laut mehr von sich, ist das Aufstoßen beendet. Das Bäuerchen kann auch lautlos geschehen.

Bäuerchen machen lassen: Wie das Baby aufstoßen kann

Es gibt verschiedene Positionen, in denen Eltern das Bäuerchen anbieten können“, erklärt die Berliner Hebamme Sissi Rasche in ihrem Instagram-Video.

Egal, ob Flaschen- oder Stillkind – diese vier Positionen helfen deinem Baby ein Bäuerchen zu machen:

  1. Auf dem Schoß in Rückenlage: Setz dich hin und lege dein Baby mit dem Rücken auf deine Beine. Halte den Kopf mit einer Hand fest und klopfe mit der anderen Hand vorsichtig auf den Rücken. Der Vorteil bei dieser Bäuerchen-Position, die Sissi Rasche ebenfalls empfiehlt: Du hast Kontakt zu deinem Baby und siehst, wenn es rülpst oder spuckt.

  2. Auf dem Schoß in Bauchlage: Bei dieser Variante legst du dein Baby ebenfalls auf deinen Schoß, jedoch bäuchlings. Stütze ggf. den Kopf mit einer Hand und klopfe vorsichtig mit der anderen Hand über den Rücken.

  3. Über der Schulter: Hebe das Baby hoch, sodass der Kopf über deine Schulter schaut. Klopfe mit einer Hand behutsam auf den Rücken.

  4. Im Sitzen: Kann dein Baby den Kopf schon selbstständig halten (in der Regel zwischen dem dritten und vierten Monat), kannst du es auf deinen Schoß setzen, mit einer Hand den Oberkörper festhalten und mit der anderen sanft auf den Rücken klopfen oder streichen.

Bäuerchen kommt nicht? Mit dieser Technik klappt es!

Grundsätzlich ist ein Bäuerchen machen lassen notwendig, wenn dein Baby entsprechende Anzeichen dafür sendet (siehe Infokasten oben). Ist es nach dem Trinken entspannt und gibt keine „Eh“-Laute von sich, muss es höchstwahrscheinlich kein Bäuerchen machen. Um sicherzugehen, hältst du es nach dem Stillen oder der Flasche am besten einmal in der entsprechenden Bäuerchen-Position.

Signalisiert dein Baby dir deutlich, dass es aufstoßen muss, doch es kommt kein Bäuerchen raus, kannst du folgendes machen:

  1. Wechsel die Bäuerchen-Positionen: Indem du die Lage wechselst, hilfst du deinem Baby dabei, die Luft rauszulassen.

  2. Klopfe von unten nach oben: Klopfe mit der hohlen Hand auf den Rücken, am besten von oben nach unten.

  3. Trinkpausen: Wechselst du beim Stillen die Brust oder ist die Flasche bereits halb leer getrunken, lass dein Baby eine Trinkpause machen und nehme eine Bäuerchen-Position ein.

Das Bäuerchen kommt immer noch nicht? „Wenn du es versuchst, aber nach einigen Minuten kein Bäuerchen kommt, musst du nicht stundenlang darauf warten. Es kann von Mahlzeit zu Mahlzeit variieren und es ist kein absolutes Muss“, erklärt Sissi Rasche in ihrem Video.

Bäuerchen machen lassen nach Stillen oder nach Flasche: Gibt es einen Unterschied?

Ob Stillkind oder Flaschenkind: Die Positionen, in der du dein Baby ein Bäuerchen machen lassen kannst, eignen sich für beide Fälle. Der Unterschied liegt in der Häufigkeit: „Stillkinder machen nicht unbedingt nach jeder Mahlzeit eins“, erklärt Hebamme Sissi Rasche auf Instagram. Dann komme es darauf an, wie viel Luft sie schlucken, wie optimal sie angedockt sind oder wie stark der Milchfluss sei. „Generell gilt: Es kann von Baby zu Baby unterschiedlich sein.“

Bei Flaschenbabys kann es laut Sissi Rasche jedoch vorkommen, dass sie während des Trinkens mehr Luft schlucken, was zu kräftigeren und regelmäßigeren Bäuerchen führen kann. Sollte dein Baby also viel aufstoßen, kann eine spezielle Anti-Kolik-Trinkflasche etwas Besserung bringen. Am besten lässt du dich dazu in der Apotheke, von deiner Hebamme oder einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin beraten.

Du hast dir bereits Rat geholt, suchst nun aber nach der passenden Trinkflasche? Dann haben wir zwei Empfehlungen:

  • Das MAM-Set mit vier auslaufsicheren Anti-Kolik-Flaschen eignet sich für Neugeborene. Dank des speziellen Bodenventils trinkt dein Baby entspannter, weil es weniger Luft schluckt. So wird das Risiko von Koliken reduziert.

  • Die Philips Avent-Flaschen im Dreier-Set sind auslaufsicher und für Babys bis zu sechs Monate geeignet. Sie überzeugen mit einem Sauger, der nur dann Milch abgibt, wenn dein Baby aktiv trinkt (ähnlich wie beim Stillen). Durch das Anti-Kolik-Ventil gelangt beim Füttern keine Luft in den Bauch deines Kindes.

Bäuerchen machen, wenn Baby schläft: Soll ich mein Kind wecken?

Manche Eltern fragen sich, ob sie ihr Baby - vor allem nach dem nächtlichen Stillen - wecken sollten, wenn es getrunken hat und dann direkt eingeschlafen ist.

Hebamme Sissi Rasche rät auf Instagram: „Wenn dein Baby nach oder während des Stillens einschläft, musst du es nicht extra hochheben oder wecken.“ Gleiches gilt für das Füttern mit der Flasche. Wenn dein Baby einschläft, geht es ihm offensichtlich gut und es ist kein Bäuerchen nötig.

Wenn dein Kind jedoch unruhig schläft, kann ein Bäuerchen hilfreich sein. Nehme dafür eine der Bäuerchen-Postitionen ein.

Warum spuckt mein Baby trotz Bäuerchen?

Das Mulltuch ist voller Milch, wenn dein Baby ein Bäuerchen gemacht hat? Das ist kein Grund zur Sorge, denn das dein Baby beim Bäuerchen Milch spuckt, ist etwas ganz Natürliches. Der Grund: Der untere Schließmuskel der Speiseröhre ist oft noch nicht voll entwickelt, sodass Nahrung zurückfließen kann.

Hellhörig solltest du nur sein, wenn das Spucken sehr häufig oder schwallartig vorkommt, mit Würgegeräuschen einhergeht oder dein Baby schlecht zunimmt. In diesem Fall solltest du einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufsuchen.

Quellen

  • Vivian König: „Was dein Baby dir sagen möchte“ (2019), humboldt Verlag, 248 Seiten.

Artikelbild und Social Media: iStock/SDI Productions

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