Verhütung

Pearl-Index: DAS bedeutet er für Verhütungsmittel wirklich

Der Pearl-Index gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Aber was steckt dahinter und wie aussagekräftig ist er wirklich? Wir klären auf.

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Der Pearl-Index wurde nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl benannt und dient als Maß, um die Sicherheit eines Verhütungsmittels einzuschätzen. Das klingt erstmal ganz simpel, ganz so einfach ist es jedoch nicht. Wir erklären, was hinter dem Pearl-Index steckt und warum seine Aussagekraft nicht ganz so eindeutig ist, wie wir es gerne hätten.

Was ist der Pearl-Index?

Der Pearl-Index ergibt sich aus der folgenden Berechnung: 100 Frauen nehmen ein Jahr lang dasselbe Verhütungsmittel – die Anzahl der Frauen, die innerhalb dieses Jahres schwanger werden gibt den Pearl-Index für die entsprechende Verhütungsmethode an. Werden also drei von 100 Frauen, die mit der Methode XY verhüten innerhalb eines Jahres schwanger, beträgt der Pearl-Index der Verhütungsmethode 3. Je niedriger der Index, desto sicherer das Mittel oder die Methode zur Verhütung.

Das klingt erstmal ganz logisch, allerdings gibt es einen großen Faktor, der in dieser Berechnung nicht bedacht wird.

Das Problem mit dem Pearl-Index

Das Problem mit dem Pearl-Index ist, dass die Wirksamkeit eines Mittels oder einer Methode zur Verhütung nur zu einem Teil bei dem entsprechenden Mittel beziehungsweise bei der Methode zur Verhütung selbst liegt. Die tatsächliche Sicherheit einer Verhütung ist komplett abhängig von der richtigen Anwendung. Diese Tatsache ist im theoretischen Pearl-Index nicht einberechnet.

Es gilt also zwischen der Methodensicherheit und einer Anwendungssicherheit zu unterscheiden: Wie sicher eine Art der Verhütung ist, setzt sich zum einen aus der Wirksamkeit der Verhütung selbst und zum anderen daraus zusammen, wie fehleranfällig ihre Anwendung ist.

Hersteller vs. Verbraucher?

Die meisten Hersteller oder Vertreter von Verhütungsmitteln und -methoden geben den Pearl-Index an, der nur für die komplett fehlerfreie Anwendung gilt. Dass der Wert aber rein statistisch ist und weder die Schwierigkeit der Anwendung noch die Lebensumstände (oder auch körperlich/gesundheitlichen Umstände) der Verbraucher*innen einberechnet, macht ihn weit weniger aussagekräftig als viele glauben. Mittlerweile gibt es für einige Verhütungsmittel Pearl-Index-Angaben, die der Wahrscheinlichkeit für Anwendungsfehler Rechnung tragen – allerdings kann auch das keine exakte Wissenschaft sein. Recht üblich ist mittlerweile die kombinierte Angabe eines minimalen und eines maximalen Pearl-Index – so wird eine Spanne erkennbar, die ungefähr die zwischen der theoretischen Methodensicherheit und der tatsächlichen Anwendungssicherheit abbildet.

Der Pearl-Index kann aber wie auch immer nur eine ungefähre Einschätzung ermöglichen – wie sicher ein Verhütungsmittel tatsächlich ist hängt immer von der Kombination des Mittels/der Methode, der individuellen Frau/dem individuellen Mann und davon ab, wie fehlerfrei jede einzelne Anwendung ist. Tipp: Profamila stellt eine Pearl-Index-Übersicht der gängigsten Verhütungsmittel bereit.

Artikelbild & Social Media: Alexthq/ iStock

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