Retro & zeitlos: Die schönsten Babynamen aus dem Jahr 1930
Welche Vornamen waren vor über 100 Jahren im Trend? Wir zeigen dir die schönsten Babynamen aus den 30ern.

In den 30er-Jahren standen die Weltwirtschaftskrise und der aufkommende Nationalsozialismus im Kontrast zu technologischen und wissenschaftlichen Fortschritten sowie Filme und Theater als Möglichkeit für Eskapismus.
Was das Familienleben anging, so waren die Rollen klar verteilt: Männer galten als Ernährer, während Frauen traditionell für die Hausarbeit und die Kindererziehung zuständig waren. Die Geburtenziffer in den 1930ern lag bei etwa 2,1 Kindern pro Frau.
In diesem Artikel zeigen wir dir zeitlos-schöne Babynamen für Mädchen und Jungen.
Babynamen aus den 1930ern für Mädchen
Anni
Anni ist eine Variante des Mädchennamens Anna, der auf den Vornamen Hannah zurückgeht. Dieser leitet sich vom hebräischen Wort channâh ab, was "die Anmut" bedeutet. Anni kann daher mit „die Anmutige“ übersetzt werden. In den 30ern rangierte der Vorname unter den Top 100.
Charlotte
Charlotte ist ein Klassiker, der wohl nie aus der Mode kommt. In den 30ern war er nicht besonders beliebt. Charlotte gilt als weibliche Form des Namens Charles, welcher auf den althochdeutschen Vornamen Karl zurückgeführt wird. Das althochdeutsche Wort „karal“ bedeutet „freier Mann“, weshalb Charlotte oft mit „die Freie“ übersetzt wird.
Ellen
Dieser Vorname leitet sich von dem Mädchennamen Helene ab, was „der Glanz“ und „die Sonnenstrahlen“ bedeutet. Ellen wird daher gerne mit „die Strahlende“ oder „die Sonnenhafte“ übersetzt. Im mittelalterlichen Europa wurde er zu einem beliebten Namen des Adels und somit oft an adlige Töchter vergeben.
Käthe
Käthe erfreute sich vor allem in den 20er-Jahren großer Beliebtheit bei Eltern, die ihren weiblichen Nachwuchs so nannten. In den 30ern nahm er an Popularität ab, schaffte es aber immer noch unter die Top 40. Käthe ist die Kurzform von Katharina, was so viel wie "die Reine" oder "die Unschuldige" bedeutet und von dem altgriechischen Wort katharós für "rein, sauber, unbefleckt" abgeleitet wird. Die genaue Herkunft von Katharina und somit auch von dem Vornamen Käthe ist jedoch bis heute nicht geklärt.
Wilma
Wir finden: Der Name Wilma ist so Vintage, dass er schon wieder cool ist. Wilma ist die Kurzform von Wilhelmine; die männliche Form ist Wilhelm. Der Name stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet übersetzt „die entschlossene Beschützerin“.
Die schönsten Babynamen aus dem Jahr 1920: Diese Namen waren vor 100 Jahren beliebt!
Die Nationalsozialisten erließen 1938 eine Verfügung, in der sie anordneten, dass nicht-deutsche Vornamen nur mit einem guten Grund erlaubt waren. Daher stieg in dieser Zeit der Anteil an germanischen Vornamen wie Helga, Ursula und Ingrid sowie Hans, Günther oder Horst an.
Im selben Jahr wurden Juden durch die „1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ des Naziregimes gezwungen, zusätzliche Vornamen wie "Israel" (für Männer) oder "Sara" (für Frauen) zu führen. Mit dieser antisemitischen Gesetzgebung griffen die Nationalsozialisten in das Privatleben der Betroffenen ein und nahmen ihnen das Persönlichste: ihren eigenen Namen. Wer sich nicht an das Gesetz hielt, musste eine ein-, bis sechsmonatige Gefängnisstrafe absitzen.
Babynamen aus den 1930ern für Jungen
Bruno
Unter den Jungennamen schaffte es Bruno in den 1930ern nur auf Platz 51. Der aus dem Althochdeutschen kommende Vorname hat eine schöne Bedeutung: Bruno wird gerne als „der Bär“ interpretiert. Suchst du also nach einem starken Namen, inspiriert aus den 30er-Jahren, könnte dieser der richtige für dein Baby sein.
Clark
In Anlehnung an den Schauspieler Clark Gable, der in den 1930er-Jahren aufgrund seiner Popularität den Spitznamen „King of Hollywood“ bekam, möchten wir dir diesen schönen und mal etwas anderen amerikanischen Babynamen nicht vorenthalten. Clark leitet sich von dem lateinischen Wort „clericus“ ab, was „Geistlicher“, „Gelehrter“ oder „Schreiber“ bedeutet.
Johann
In den 1930ern lag der Vorname Johann unter den Top 50 der beliebtesten Namen für Jungen. Johann kommt aus dem Hebräischen, ist die Kurzform von Johannes und setzt sich aus den Wörtern „jahwe“ (hebräischer Gottesname) und „chanan“ („gnädig sein“) zusammen. Häufig wird der Name daher mit „Jahwe ist gütig“ oder „Gott ist gütig“ übersetzt.
Paul
Erst seit dem 18. Jahrhundert wird Paul als eigenständiger Name vergeben. Zuvor und seit dem 8. Jahrhundert, war Paulus als Variante üblich. Das kommt nicht von ungefähr: Paul leitet sich von den lateinischen Wörtern „parvus“ sowie „paulus“, was beides "klein" bedeutet, ab. Daher heißt der Babyname übersetzt „der Kleine“, manchmal auch „der Jüngere“. Bis Mitte der 30er-Jahre schaffte es der Vorname unter die Top 30 der meist vergebenen Babynamen für Jungen.
Richard
In den 30er-Jahren war Richard vor allem in den USA populär. Dort hielt er sich mehrere Jahre unter den Top 10 der beliebtesten Jungennamen. Richard leitet sich von dem althochdeutschen Wort „rihhi“ ab, was „reich“ oder „mächtig“ bedeutet.
Quellen
https://www.beliebte-vornamen.de/3766-1930er-jahre.htm (Abgerufen: 30.10.2025)
https://www.bib.bund.de/DE/Fakten/Fakt/F12-Endgueltige-Kinderzahl-West-Ost-ab-Jahrgang-1933.html (Abgerufen: 30.10.2025)
https://gfds.de/ (Abgerufen: 30.10.2025)
https://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/alltag/frag-doch-mal/welche-vornamen-tragen-die-kinder-zwischen-1933-und-1945 (Abgerufen: 3. November 2025)
Artikelbild und Social Media: NNehring/iStock






