Familienfinanzen

Was kostet ein Kind? Diese Kosten kommen auf Familien zu

Das Leben mit Kindern kostet Geld. Doch wie viel genau? Kostet ein Schulkind mehr als ein Kleinkind? Und wie ist es beim zweiten und dritten Kind? Wir geben Antworten auf die Frage, was ein Kind kostet.

was kostet ein kind?
Foto: istock/ CalypsoArt

Das Leben mit Kind(ern) ist unbezahlbar. Ihnen beim Großwerden zuzugucken, sie jeden Tag von ganzen Herzen lieben zu dürfen - dieses Privileg ist für uns Eltern das Größte und der Hauptgrund, warum wir uns für Kinder entscheiden. Doch neben der emotionalen Komponente zählen bei der Familiengründung auch harte Fakten. Zum Beispiel die Frage: Was kostet ein Kind eigentlich? Wir geben Antworten.

Was kostet ein Baby?

Bevor wir gleich die große Rechnung aufmachen, was ein Kind bis zu seinem 18. Lebensjahr bzw. bis zur Vollendung der Ausbildung kostet, starten wir doch chronologisch und beschäftigen uns erst mit der Frage, was ein Baby kostet:

Für die Erstausstattung wie Kinderzimmerausstattung, Kinderwagen, Babyschale fürs Auto und Babykleidung geben Eltern vor der Geburt durchschnittlich ca. 2140 Euro aus. Ist das Baby gesund und munter auf der Welt, belaufen sich die monatlichen Kosten für ein Baby laut Statistischem Bundesamt (Stand 2018) auf 587 Euro. Die Summe setzt sich aus folgenden Posten zusammen:

  • Nahrungsmittel & Getränke

  • Gesundheitspflege (Medikamente & Arztkosten)

  • Windeln

  • Kinderbetreuung

  • Haushalt & Innenausstattung

  • Bekleidung & Schuhe

Vor allem die Kosten für Windeln sind in den ersten drei Jahren nicht zu unterschätzen. Zwischen 25 & 50 Euro zahlen Paarfamilien und Alleinerziehende pro Monat. Bei der Erstausstattung können Eltern aber leicht sparen, indem sie Kinderwagen, Babybettchen und Autositze Second-Hand kaufen. Beim zweiten Kind fallen diese Ausgaben meistens weg, da alles Nötige schon vorhanden ist.

Was kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag?

Kaum haben wir das Windelalter hinter uns gelassen und müssen nicht mehr wöchentlich die Aktionspreise von Pampers & Co. scannen, merken wir plötzlich, das war noch gar nichts! Drei bis vier Paar Schuhe im Jahr, denn ja, diese kleinen Füßchen wachsen verdammt schnell, Klamotten, Kitagebühren, Vereinsbeiträge (was mit Kinderturnen beginnt, kann manchmal in einer Profikarriere enden), Geburtstagsfeiern, Fahrrad, Roller & Co., Reisen und schließlich die teuren Markenklamotten, Smartphones, Laptops oder Tablets.

Das Statistische Bundesamt hat die Durchschnittskosten für ein Kind von der Geburt bis zum 18. Geburtstag mit monatlich 660 Euro berechnet. Das sind im Jahr 7.920 Euro und bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres satte 142.560 Euro. Aber keine Sorge, in dieser Berechnung sind auch Kosten enthalten, die sich dem Kind nicht direkt zuordnen lassen wie zum Beispiel die Kosten für eine größere Wohnung/Haus, Energie, Möbel, Verkehrsmittel und Urlaub.

Welche Kosten kommen noch auf Familien mit Kindern zu?

Ein paar Posten sind aber nicht in die Berechnung des Statistischen Bundesamt mit eingeflossen. In der monatlichen Berechnung fehlen beispielsweise die Ausgaben für Versicherungen und Vorsorge, wie etwa private Renten- und Unfallversicherung oder Fonds, Aktien oder Bausparverträge. Auch der Führerschein und das erste eigene Auto sind in der Kalkulation nicht enthalten.

Ebenfalls als Kosten genannt werden müssten eigentlich auch die fehlenden Einnahmen der Eltern. Denn stecken Mutter und Vater beruflich für die Betreuung und Erziehung der Kinder zurück, kommen damit auch Gehaltseinbußen einher, die sich auch auf die Rente auswirken.

Die Kosten für ein Kind schwanken auch regional extrem in Deutschland, Eltern müssen zum Beispiel für einen Kita-Platz in Baden-Württemberg deutlich mehr bezahlen als in Hamburg. Und natürlich kann man ein Kind auch glücklich großziehen ohne teure Urlaub und Markenklamotten. Bei den Berechnungen der Kosten des Statistischen Bundesamtes handelt es sich eben nur um Durchschnittswerte.

Steigen die Kosten mit jedem weiteren Kind?

Je mehr Kinder, desto geringer fallen die Kosten pro Kopf aus. Kostet das erste Kind durchschnittlich noch 660 Euro pro Monat, sind es bei dem zweiten Kind im Schnitt 583 Euro und bei dem 3. Kind 564 Euro. Kosten wie die Erstausstattung fallen bei Geschwisterkindern meisten weg, weil sie problemlos im Kinderwagen oder Babybettchen des ersten Kindes schlafen können. Auch haben Eltern beim 2. Kind bei den Ausgaben oft mehr Augenmaß, denn sie wissen, es muss nicht immer der Strampler aus Bio-Baumwolle sein, es gibt auch tolle Second-Hand-Klamotten und Babybrei selberkochen ist viel günstiger (und, gesünder, weil frei von Konservierungsstoffen) als die teuren Produkte aus Gläschen. Hier lässt sich also jede Menge Geld sparen und am Ende haben sich sicher die wenigsten Eltern vom Geschwisterwunsch verabschiedet, nur weil sie die Kosten gescheut haben.

Kosten pro Kind: Wie sieht es für Alleinerziehende aus?

Auf den ersten Blick fallen die Konsumausgaben für einen alleinerziehenden Elternteil für ein Kind geringer als für eine Paarfamilie. Durchschnittlich gibt ein alleinerziehender Elternteil 612 Euro pro Monat aus. Allerdings fällt der prozentuale Anteil an den gesamten Konsumausgaben des Haushaltes deutlich höher aus. Bei Paarfamilien sind es durchschnittlich 21,5 Prozent bei Alleinerziehenden mit 35 Prozent schon deutlich mehr. Bei zwei Kindern steigt diese finanzielle Belastung. Während bei einer Paarfamilie die Kinder mit 32,7 Prozent, also gut einem Drittel der Ausgaben zu Buche schlagen, zahlt ein alleinerziehender Elternteil gut die Hälfte des zur Verfügung stehenden Einkommens für zwei Kinder, rund 45,3 Prozent. Die finanzielle Belastung ist für Alleinerziehende also ungleich größer.

Wie unterstützt der Staat Familien finanziell?

Der Staat unterstützt Familien in Deutschland direkt und indirekt. Ein direkter Ausgleich auf dem Familienkonto kommt monatlich in Form des Kindergeldes bzw. des Kinderfreibetrages. Für Kind 1 und Zwei gibt es monatlich 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro.

Auch das Elterngeld kompensiert zumindest einen Teil des Einkommens, wenn Paarfamilien oder Alleinerziehende sich in Elternzeit begeben und nach der Geburt ihr Kind betreuen. Das ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus unterstützt Eltern, die sich Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich teilen. Sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt beziehen Mütter das Mutterschaftsgeld. Die Zahlung der Krankenkasse wird in der Regel vom Arbeitgeber ergänzt, sodass Mütter im Mutterschutz den ursprünglichen Nettolohn zur Verfügung haben.

Familien und Alleinerziehende mit einem geringen Einkommen haben die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen, allerdings nur in Verbindung mit anderen Sozialleistungen wie zum Beispiel dem Arbeitslosengeld II.

Wie teuer ist ein Kind in der Ausbildung oder im Studium?

Das lässt sich tatsächlich nur sehr schwer vorausschauend kalkulieren. Ein Kind, das mit 16 Jahren eine Ausbildung beginnt und möglicherweise im Elternhaus wohnen bleibt, verursacht natürlich weniger Kosten als der Nachwuchs, der nach dem Abi für ein Jahr ins Ausland geht und dann in einer der teuren Großstädte wie München oder Hamburg studiert.

Daher macht es Sinn, wenn möglich, finanziell für Kinder vorzusorgen. Etwa in Form von Fonds, Festgeld, Aktien oder einem Bausparvertrag. Nicht selten beteiligen sich auch die Großeltern an den Sparplänen. Diese lohnt sich so früh wie möglich anzulegen, damit das Kind später auf einen kleinen finanziellen Puffer zurückgreifen kann und Eltern nicht plötzlich Kosten wie Führerschein, Auto, Auslandsreisen oder Einrichtung für die erste Wohnung schultern müssen. Sprecht am besten mit einem Finanzexperten und lasst euch beraten, welche Anlagemodelle sinnvoll sind und langfristig eine gute Rendite abwerfen.

Von all den Kosten, die wir hier jetzt aufgeführt haben, solltet ihr euch aber nicht abschrecken lassen. Es sind NUR Durchschnittswerte! Und alle Eltern und die, die es werden wollen, wissen eh längst: Die Liebe eines Kindes kann man mit keinem Geld der Welt aufwerten.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Artikelbild und Social Media: istock/ CalypsoArt