Ab wann robben Babys? Dann robbt und krabbelt dein Baby
Robben und Krabbeln sind Meilensteine in der Entwicklung eines Babys. Aber ab wann robben und krabbeln Babys?

Die ersten Entwicklungsschritte wie das Robben oder Krabbeln sind Meilensteine im Leben eines Babys und seiner stolzen Eltern. Du fragst dich auch gerade, wann dein Baby robben oder krabbeln sollte, denn dein Kind macht bisher kaum Anstalten, sich fortzubewegen?
In diesem Artikel erfährst du, wann dein Baby robbt und krabbelt – und ob es problematisch ist, wenn es das nicht tut.
Ab wann robben Babys?
Mit etwa sieben bis zehn Monaten beginnt ein Baby in der Regel zu robben. Robben bezeichnet die Fortbewegung auf dem Bauch, der Kontakt zum Boden hat.
„Es stützt sich dabei auf die Hände oder Ellenbogen und zieht den Körper vorwärts. Kurze Zeit später gebraucht es die Beine“, erklärt Remo H. Largo, Professor für Kinderheilkunde, in seinem Buch „Baby Jahre“ (S.155). Die Bewegungen aller Gliedmaße werden nach und nach aufeinander abgestimmt. „Das Kind bewegt Arme und Beine abwechselnd über Kreuz.“
Bewegungsform | Alter (ab etwa) | |
|---|---|---|
Sich zur Seite drehen | 3 bis 6 Monate | |
Sich auf den Rücken drehen | 5 bis 9 Monate | |
Sich auf den Bauch drehen | 7 bis 9 Monate | |
Robben | 7 bis 10 Monate | |
Krabbeln | 8 bis 11 Monate | |
Sich aufsetzen | 8 bis 12 Monate | |
Aufstehen/sich hochziehen | 9 bis 14 Monate | |
An Möbeln entlang gehen | 9 bis 14 Monate | |
Laufen (wacklig) | 9 bis 20 Monate | |
Laufen (sicher) | 11 bis 20 Monate |
Unterschied zwischen robben und krabbeln
Der Hauptunterschied zwischen einem robbenden und einem krabbelnden Baby: Oberkörper und Beine berühren beim Robben den Boden. Das Baby zieht sich abwechselnd mit den Händen und Füßen vorwärts über Kreuz. Wenn der Bauch angehoben ist, und das Kind sich auf Händen und Knien fortbewegt, bezeichnet man dies als Krabbeln.
Ab wann krabbeln Babys?
Mit etwa vier bis neun Monaten beginnt ein Baby in der Regel sich fortzubewegen. Zwischen dem achten und elften Monat krabbeln die meisten Babys. „Als erstes dreht sich das Kind um die eigene Achse und im Kreis herum, dann robbt es, krabbelt und setzt sich auf“, schreibt Remo H. Largo in seinem Buch „Baby Jahre“ (S.159).
Allerdings gibt Largo zu bedenken: „Zeitpunkt und Fortbewegungsart sind von Kind zu Kind sehr unterschiedlich.“ Es kann also sein, dass dein Baby erst mit elf Monaten oder später krabbelt oder bereits vor dem achten Monat. Es kommt auch vor, dass Babys das Robben oder Krabbeln ganz weglassen.
Während das Baby einer Freundin mit acht Monaten munter von A nach B krabbelt, sitzt deins am liebsten auf dem Po oder liegt auf dem Rücken? Es robbt maximal etwas voran, aber von Krabbeln ist keine Spur zu sehen? Du fragst dich, ob dein Baby Entwicklungsverzögert ist? Damit bist du bestimmt nicht alleine.
„Wenn ein Kind in seiner motorischen Entwicklung langsam ist, befürchten manche Eltern, dass sich seine gesamte Entwicklung verzögert und dass es sich auch in den folgenden Lebensjahren langsam entwickeln wird“, schreibt Remo H. Largo in „Baby Jahre“ (S. 135). ABER: „Diese Annahme trifft für die große Mehrheit der Kinder, die spät beginnen, sich fortzubewegen, nicht zu.“
Bedenke folgendes bei einer motorischen Entwicklungsverzögerung:
Zwischen der Motorik und den anderen Entwicklungsbereichen, wie z.B. der Sprache, bestehen keine bedeutsamen Beziehungen.
Ein Kind, das mit 18 Monaten die ersten Schritte macht, kann in seiner Sprache genauso weit entwickelt sein, wie ein gleichaltriges Kind, das bereits mit zehn Monaten laufen konnte.
Kinder, die sich motorisch langsam entwickeln, sind im Schulalter nicht weniger intelligent als jene Kinder, deren Motorik rasch ausreift.
Baby robbt und krabbelt nicht - was tun?
Als Mutter oder Vater hast du vielleicht bestimmte Erwartungen an dein Kind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir uns und unsere Kinder mit denen anderer Eltern vergleichen oder unser Wissen aus Ratgebern ziehen. Wir beißen uns regelrecht fest an einem Zeitraum, einer Zahl – und sind schnell besorgt, wenn sich unser Baby motorisch langsamer entwickelt.
Der Arzt Remo H. Largo gibt Entwarnung in seinem Buch „Baby Jahre“ (S. 134):
„Nicht nur das zeitliche Auftreten, auch die Bewegungsmuster sind von Kind zu Kind unterschiedlich ausgeprägt.“ Etwa 13 Prozent aller Kinder lassen laut Remo H. Largo das Robben oder Krabbeln aus. „Andere bewegen sich überhaupt nie auf allen vieren fort.“ Einige Kinder ziehen sich eines Tages in Bauchlage hoch – und laufen.
„Schließlich gibt es auch Kinder, die weder robben noch krabbeln, sich dafür aufsetzen und auf dem Hosenboden herumrutschen“, erzählt Largo. Diese Kinder neigen dann dazu, so Largo, erst mit 18 bis 20 Monaten zu laufen. Meistens handelt es sich um ein vererbtes Bewegungsmuster.
Immer noch besorgt?
Kinder bewegen sich nicht nur unterschiedlich schnell, sondern auch in unterschiedlicher Weise. Manche robben oder krabbeln nie, manche durchlaufen alle motorischen Entwicklungsstufen bilderbuchartig. Wenn du die U-Untersuchungen mit deinem Kind besuchst, kannst du dir sicher sein, dass alles okay ist, sofern der Kinderarzt oder die Kinderärztin nichts anderes sagt. Und im Zweifel gilt: Lieber noch ein zweites Mal nachfragen, wenn du dir unsicher bist, ob dein Kind sich motorisch gesund entwickelt.
Quellen
Remo H. Largo: „Baby Jahre – Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren.“ (2019), Piper Taschenbuch, 576 Seiten.
Artikelbild und Social Media: fizkes/iStock







