Glückshaube: Wenn das Baby in der Fruchtblase geboren wird
Es kommen viele Kinder auf die Welt, aber nur ganz wenige mit einer Glückshaube. Aber was ist das überhaupt?

Wird ein Baby in einer intakten Glückshaube geboren, ist das ein sehr seltenes Phänomen bei einer Geburt. Selbst für erfahrene Ärzte bietet sich der Anblick höchst selten. Um was genau es sich dabei handelt, erfährst du hier.
Glückshaube: Wenn ein Baby in der Fruchtblase geboren wird
Du kennst es sicherlich aus etlichen Filmen und vielleicht auch aus dem echten Leben: Deine Fruchtblase ist geplatzt und du weißt, dass dein Kind bald geboren sein wird. Das Platzen der Fruchtblase muss aber nicht passieren, denn ein Baby kann auch in einer intakten Fruchtblase auf die Welt kommen.
In diesem Fall spricht man von einer sogenannten Glückshaube, wobei auch davon die Rede ist, sofern das Kind noch einen Teil der Fruchtblase über den Kopf gezogen hat. Dieser Fall tritt allerdings sehr selten ein. Normalerweise platzt die Fruchtblase während der Wehen oder wird von der Hebamme aufgeschnitten.
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Ist die Glückshaube gefährlich für das Kind?
Im Prinzip stellt die Glückshaube keine Gefahr für das neugeborene Baby dar. Damit jedoch nach der Geburt die Atemwege freigemacht werden können, muss die Fruchtblase sofort vom Gesicht des Kindes entfernt werden. Dies tut die Hebamme in der Regel mit einer Klemme oder den Fingern.
Geschieht der seltene Fall und das Baby kommt in einer geschlossenen Fruchtblase zur Welt, ist nicht so viel Eile geboten. Ist die Fruchthülle vollständig intakt, wird das Kind wie im Mutterleib über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt.
Glückshaube-Bedeutung: Im Mittelalter Stoff für Aberglaube
Dennoch ist das Phänomen Glückshaube nicht neu. Schon im Mittelalter glaubten die Menschen an die glücksbringende Kraft der Glückshaube und eine höhere Bedeutung, woher sie auch ihren Namen hat.
In ihrem Aberglauben machten die Menschen einen Talisman aus der Glückhaube, nähten die Reste der Fruchtblase in die Kleidung des Kindes oder verwahrten sie anderweitig.
Andere machten sich den Aberglauben der Anderen zunutze und verkauften die Glückshaube und ihre Bedeutung teuer. Seemänner glaubten zum Beispiel, dass sie die einst intakte Fruchtblase vor dem Ertrinken schütze.
Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Glückshaube – manchmal auch Westerhaube genannt – für Aberglauben sorgte, ist deren Vorkommen im Grimm-Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“, in dem der Hauptcharakter mit einer Glückshaube auf die Welt kommt.
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