Verhütung

Vasektomie: Alles über die Sterilisation des Mannes

Eine Vasektomie ist die Sterilisation des Mannes. Der Eingriff dient der Verhütung. Wir erklären, wie genau das funktioniert und wie sicher die Methode ist.

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Frauen kennen es nur zu gut – viel zu häufig bleibt die Verantwortung für die Verhütung an ihnen hängen. Manche*r möge argumentieren, dass es ja nun mal kaum Verhütungsmethoden für den Mann gäbe. Stimmt leider: Die Gängigste ist da noch das Kondom, neben experimentellen Methoden wie dem Vasalgel und Endgültigeren wie der Sterilisation des Mannes. Doch wie genau funktioniert diese überhaupt und ab wann ist sie eine sinnvolle Verhütungsoption?

Was ist eine Vasektomie?

Der Begriff „Vasektomie“ (fachsprachlich „Vasoresektion“) bezeichnet einen operativen Eingriff, durch den ein Mann zeugungsunfähig gemacht wird. Die sterilisierende Methode verhütet eine Schwangerschaft sehr sicher, hat aber – wie wohl jede Verhütungsmethode Vor- und Nachteile.

Wie funktioniert die Sterilisation des Mannes?

Bei der Sterilisation werden die beiden Samenleiter im Hodensack des Mannes durchtrennt und um ein bis drei Zentimeter verkürzt. Die Enden werden im Anschluss daran verschlossen, genauer gesagt verödet und vernäht. Die Spermien können nun nicht mehr in die Harnröhre beziehungsweise in die Spermienflüssigkeit gelangen und somit auch nicht zu einer Schwangerschaft führen. Zwar werden weiter Samen produziert, aber da sie nicht zu einer Eizelle gelangen und diese befruchten können, können sie auch keine Frau schwängern.

Wie läuft der Eingriff ab?

Eine Vasektomie wird generell ambulant und unter örtlicher Betäubung (selten unter Vollnarkose) durchgeführt. Der Eingriff dauert nur ungefähr fünfzehn bis dreißig Minuten und der Mann kann im Anschluss auch direkt wieder nach Hause gehen.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Nebenwirkungen sind bei einer Sterilisation sehr selten, allerdings können Wundinfektionen, Blutergüsse oder auch Druckgefühle im Hoden entstehen. Diese Beschwerden verschwinden nach einer Behandlung wieder, aber eine Vasektomie kann auch negative Langzeitfolgen haben: Dazu zählen chronische Schmerzen im Hodenbereich, aber auch psychische Probleme, wenn den Mann das Wissen, zeugungsunfähig zu sein, negativ beeinflusst.

Wirkt eine Vasektomie sofort?

Nach einer Sterilisation dauert es noch einige Monate, bis der Mann dann wirklich unfruchtbar ist! Acht und zwölf Wochen später (und nach mindestens zwanzig bis 25 Ejakulationen) untersucht der Arzt das Ejakulat mikroskopisch. Erst, wenn keine Samenzellen mehr zu finden sind, kann der Mann auf die Verhütung verzichten.

Wie sicher ist die Verhütungsmethode?

Eine Sterilisation ist eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt. Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,15 ist sie sogar sicherer als die Pille, das Kondom, die Kupferspirale oder aber auch die Sterilisation der Frau (Pearl-Index 0,2 – 0,5).

Ist der Mann nach einer Vasektomie für immer zeugungsunfähig?

Eine Vasektomie kann eigentlich nicht rückgängig gemacht werden. Sie ist also eine endgültige Entscheidung, denn eine „Refertilisierung“ gelingt nur in den seltensten Fällen und ist zudem sehr aufwändig und teuer.

Eine Vasoresektion ist keine Kastration

Bei einer Kastration werden im Gegensatz zur Vasektomie die Hoden operativ entfernt oder aber ihre Funktion durch Hormone unterbunden.

Hat die Sterilisation Einfluss auf die Potenz oder die Lust des Mannes?

Eine Sterilisation hat auf die Lust, die Potenz, das Steifwerden des Penis oder das Empfinden beim Sex keinerlei Einfluss. Der Hormonhaushalt bleibt unverändert und sogar das Ejakulat ist augenscheinlich nicht anders als vorher. Denn die Samenflüssigkeit wird in der Prostata produziert und auch das nun fehlende Sekret aus der Samenblase ändert nichts daran.

Für wen kommt eine Sterilisation in Frage?

Eine Vasektomie kommt für Männer in Frage, die mindestens 30 Jahre alt sind und ihre Familienplanung ganz sicher abgeschlossen haben: Das heißt der betreffende Mann hat entweder schon Kinder oder ist sich aber vollkommen sicher, dass er nie welche haben möchte.

Was kostet der Eingriff?

Die Kosten für eine Vasektomie müssen selbst übernommen werden – die Krankenkassen zahlen den Eingriff nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit nachgewiesen werden kann. Je nachdem, ob alle Kontrolluntersuchungen im Preis eingeschlossen sind, kostet die Sterilisation ca. 400 bis 600 Euro.

Vorteile und Nachteile: Wie gut ist eine Vasektomie wirklich?

Eine Vasektomie hat wie jede andere Verhütungsmethode Vor- und Nachteile. Die sind letztendlich aber wenig ausschlaggebend, denn ob sie der richtige Weg zur Verhütung ist oder nicht hängt ganz von dem individuellen Mann beziehungsweise dem individuellen Paar ab.

Die Vasektomie punktet vor allem mit hoher Sicherheit und der Tatsache, dass der Eingriff die Sexualität und den Sex selbst überhaupt nicht beeinflusst. Ein Nachteil ist allerdings die Endgültigkeit der Entscheidung – das Leben ist nun mal schwer vorhersehbar und je jünger der Mann, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich an der Familienplanung eben doch noch etwas ändern könnte…

Artikelbild & Social Media: olando_o / iStock

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